Tourabschluss bei Serum 114 und BRDigung im Underground in Köln

Serum114Nach dem Tourauftakt in der Bochumer Matrix (Nachlese HIER) befinden wir uns nun beim letzten Konzert der „Deine Stimme, Dein Gesicht“ Tour im Underground in Köln wieder. Vieles ist gleich, doch einiges ist wirklich anders und muss auch einfach erzählt werden. Die Nervosität des ersten Tages ist vorüber, der Tour-Koller schlägt langsam um sich und die Krankheiten, die heiseren Stimmen und die Müdigkeit greifen um sich, aber auch der Wille, dieses letzte Konzert noch einmal zu rocken und natürlich die Erkenntnis, dass eine wunderbare Zeit ein Ende finden wird.

Und so stürmen die vier Musiker von BRDigung energisch auf die Bühne und zu „Scheiß Problem“ geht Sänger Julez recht zügig ein Licht auf, denn sein Problem sind gerade falsch herum aufgeklebte Streifen von „Gaffa-Tape“, die an seinen Schuhen wunderbar kleben bleiben. Diese kleine Nettigkeit der Crew kommentiert er mit: „beim letzten Tourabschluss gab es noch Bananen, nun also Gaffa“ (die Bananen-Geschichte ist übrigens HIER nachlesbar) während er von seinen Anhängseln befreit wird. Der komplette Auftritt der Jungs aus Kempen wirkt wesentlich harmonischer und eingespielter als noch in Bochum, auch das Publikum ist dankbarer und schnell legt der Pogo in den ersten Reihen vor der Bühne los. Kleinere Verschnaufpausen sind lediglich bei dem Medley zu erkennen, was aber auch sicherlich daran liegt, dass die Fans im Chor den Atzen Song „Hey, was geht ab“ mit grölen und wieder einmal fragt man sich, warum es so viele textsichere Menschen bei diesem Lied gibt. Während „Für meine Freunde“ nutzt Julez die Chance für eine kleine dankbare Ansage an die Crew von Serum 114, die Band selber und einen ganz besonderen Dank erntet der fünfte Mann von BRDigung, der auf den Namen Alex hört. Dieser lässt sich sogleich auch von den Fans frenetisch feiern und beendet zusammen mit der Band auf der Bühne diesen Song, obwohl Julez mit deinem verschmitzten Lächeln erst einmal wieder in den Song hinein finden muss. Mit „Wollt ihr noch einen? – Ihr kriegt noch zwei Songs“ erfüllt sich Sänger Julez einen nach eigenen Angaben einen Ansage-Traum, der aber nur mit einem Kopfschütteln seiner Mitmusiker gewürdigt wird sowie einer Nachfrage von Gitarrist Jonzen, ob er diese schlechte Ansage noch öfter ertragen muss. An dieser Stelle mag ich sagen, gebt mir Bescheid, wenn dieser Traum sich ein weiteres Mal erfüllt… „Vom Teufel regiert“ und „Kein Kompromiss“ schließen das kurzweilige Set von BRDigung ab. Ausgiebig wird der Beifall genossen und lässt den Anschein erwecken, dass man sich noch nicht ganz von dieser Tour, diesem Publikum und diesem Moment trennen kann.
www.brdigung.com

Setliste BRDigung:
Scheiß Problem
Party jeden Tag
Wenn der Vorhang fällt
Ohne Dich
Medley mit Hey, was geht ab, Paparazzi, Baby Girl
Sinfonie des Verderbens
Feuer und Eis
Für meine Freunde
Vom Teufel regiert
Kein Kompromiss

Und wieder einmal steht im Scheinwerferlicht der wunderbar tiefrot leuchtende gut gefüllte Kühlschrank von Serum 114 mitten auf der Bühne. Sicherlich spielt der ein oder andere Besucher schon mit dem Gedanken diesen im Sturm zu erobern, doch alles bleibt gespannt auf seinen Plätzen. Langsam füllt sich der Saal mit „Serum 114“ Rufen und mit dem ersten Riff wirken sämtliche Fans entfesselt. „Ihr seid jetzt schon geil drauf – ihr seid der Wahnsinn“ würdigt Sänger Esche auch gleich den Pogo auf den er blicken darf. „Seid ihr bereit“, „Ich lasse Scherben zurück“ sowie „Die Freiheit und ich“ entfachen diesen Menschenhaufen nur noch mehr und gekonnt platzierte Ansagen von Esche wie „Leute, ihr wisst wie das geht! Heute ist Tourabschluss, heute saufen wir doppelt so viel“ sorgen für eine grandiose Stimmung, von der Bochum richtig was lernen kann. Kleine Ausflüge von Markus und Esche ins Publikum oder auch immer wieder kleine Abstecher zu den Fans an die Absperrgitter, um ihr Können an den Instrumenten ganz nah am Mann unter Beweis zu stellen – welches aufgrund der niedrigen Bühne wunderbar machbar ist – fördern den Zusammenhalt zwischen Band und Publikum und lassen erst gar keinen Gedanken an eine Barriere aufkommen. So ist es auch zu erklären, dass einem das Set viel kürzer vorkommt als noch in Bochum. Gegen Ende es Sets stürmen die fünf Mannen von BRDigung mit Kerzen und dem Satz „wir möchten euch danken und haben uns etwas ausgedacht“ die Bühne. Hinter ihnen betritt zusätzlich eine leicht bekleidete Schönheit, die uns mit Mandy vorgestellt wird die Stage. Ein jeder männliche Zuschauer bekommt sicherlich sogleich einen frohlockenden Gesichtsausdruck und es ist auch wenig verwunderlich, dass der Pogo inne hält und abwartend den Blick gen Mandy richtet. Alleine mit Mandy im Rampenlicht, denn Markus weilt bereits mit verschränkten Armen hockend auf dem Wellenbrecher und auch die anderen Musiker beider Bands scheinen sich etwas im Hintergrund aufhalten zu wollen, stimmt Esche „Dummer Junge“ an. Wie zu erwarten fallen langsam die Hüllen. Immer wieder schmiegt Mandy sich an die Musiker, die wider erwarten alle ihre Instrumente nahezu unbeeindruckt weiter spielen, fingert an ihren Klamotten herum, lässt das Gesicht von Bassist Markus kurzerhand zwischen ihren Brüsten verschwinden, der dies aber leider mit einer Kerzenwachsdusche (getroffene Körperteile werden hier nicht näher angegeben) bezahlen muss. Nach „Dummer Junge“ wird Mandy aber von der Bühne mit dem nötigen Applaus verabschiedet oder auch gescheucht, da es Esche mit dem Song „Mein letzter Gruß“ viel zu Ernst ist. Der Zugabenblock gestaltet sich im Gegensatz zu Bochum auch etwas anders, denn Köln verlangt den Song „Du bist zu fett“ von den Jungs aus Frankfurt. Diese kommen dem Wunsch der Kölner auch gerne nach, obwohl sich Esche mit „Seid ihr euch wirklich, wirklich sicher? Den Song haben wir bestimmt schon, keine Ahnung, 14 Tage nicht mehr gespielt“ noch einmal bei seinen Fans vergewissert. Auch wenn Esche mitten im Song den Text bei seinem Bassisten erfragen muss, findet er am Ende, dass er diese schwere Aufgabe mit Bravur gemeistert hat. Ja, ja… Eigenlob stinkt irgendwie. Zum Abschluss feiern sämtliche Musiker und Helfer zusammen mit Uffi dem Drummer des Todes den letzten Song, gepflegt mit einer Kanne Bier in der Hand. Sicherlich nicht mit der letzten Flasche an diesem Abend, denn eins ist sicher, nichts fühlt sich so komisch an wie ein Tourabschluss.
www.serum114.de

 

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