Serum 114 laden ein zu Bier und Wassereis
Zum Tourauftakt ihrer „Deine Stimme, Dein Gesicht“ gastieren Serum 114 zusammen mit ihren Label-Kollegen von BRDigung in der Matrix in Bochum. Viele Gesichter tummeln sich bereits früh vor der Bühne in dem Gewölbe in Bochum, um ihre Stimme erstmalig beim Support erklingen zu lassen.
Mit dem Refrain „Wir sind eurer scheiß, scheiß Problem“ stellt sich schon recht schnell die Frage, warum BRDigung das am heutigen Tag vermuten. Gerade die spritzige und verschmitzte Stimmung auf der Bühne verbannen schnell die letzten schlechten Gedanken an einen anstrengenden Arbeitstag. Die anfängliche Unsicherheit der Musiker weicht schnell der absoluten Spielfreude und der Glückseligkeit, die sich beim Anblick in die vielen bangenden Häupter einstellt. Gerade bei Bassist Tobsen ist dieser Gesichtsausdruck unverkennbar auszumachen. Bei den Mitsing-Parts trennt sich die Spreu vom Weizen oder anders ausgedrückt der Alt-Fan vom Neuen, denn je nachdem aus welchem Album die Band ein Lied zum besten gibt variiert auch die Lautstärke des Chors (“Party jeden Tag”,” Ohne dich”,” Wenn der Vorhang fällt”). Da es manchmal doch ziemlich einfach ist aus den Gesichtern von Musikern zu lesen, gerade wenn sie einen Überraschungsmoment erstmalig ausprobieren, weiß man oft vorher, dass etwas passiert. Aber auf das was dem Song „wenn der Vorhang fällt“ folgt, kann man sich einfach nicht vorbereiten. Und so stimmt Jonzen verschmitzt den Ballermann Song schlechthin von den Atzen an. „hey, was geht ab…“ hallt es durch die Matrix. Verwirrte, schmunzelnde und lachende Gesichter vor (und auch auf) der Bühne, einige leise Stimmen und ein eingreifender Sänger mit dem Satz „Okay, das war schlecht“ beendet Sänger Julez den Schlager-Moment und BRDigung beginnen wieder zu rocken. Auf eine rockigere Version dieses Songs folgt schnell Lady Gaga mit “Paparazzi” und Aqua’s One-Hit-Wonder „Baby Girl“. Ein gelungener Schachzug der jedes Eis bricht und den Popo bei „Sinfonie des Verderbens“ und „Feuer und Eis“ entflammt. Den Worten „Yeah, Bochum – Tourauftakt geil“ von Gitarrist Jonzen ist auch nichts mehr hinzuzufügen.
www.brdigung.com
Setliste BRDigung:
Scheiß Problem
Party jeden Tag
Wenn der Vorhang fällt
Ohne Dich
Medley mit Hey, was geht ab, Paparazzi, Baby Girl
Sinfonie des Verderbens
Feuer und Eis
Für meine Freunde
Vom Teufel regiert
Kein Kompromiss
In der Umbaupause entblößt sich der Anblick auf einen riesigen roten Kühlschrank. Prall gefüllt mit kühlen und köstlichen Getränken wird der Inhalt schnell zur Begierde der schwitzenden Meute in der auch gerne als Sauna bezeichneten Matrix. Doch ziert dieser sich und zeigt sich nicht. Die Musiker von Serum 114 lassen die Gedanken an die Hopfenkaltschalen jedoch schnell verschwinden und mit dem Song „Seid ihr bereit?“ wird hier auch noch einmal sicher gestellt, dass dem so ist. Mit „Ich lasse Scherben zurück“, „Freiheit und ich“ blasen Serum 114 sämtliche Gehörgänge bis in die letzten Reihen frei. Bevor es mit „Ich bin so“ musikalisch weitergeht, erklärt Sänger Esche erst einmal, dass sie sich mit diesem roten Kühlschrank mal was gönnen wollten und verteilt sogleich auch reichlich vom Inhalt die ihm entgegen gestreckten Plastikbecher. Auch macht er verschmitzt darauf aufmerksam, dass es für die Band „schließlich ist man ja Ausrichter dieser Tour“ ein Schnapsverbot gibt. Dieses Gebot wird aber laut Esche sicherlich noch gebrochen. Was bei seinen Mitmusikern sichtlich auf Zustimmung stößt. Aber auch ohne Schnaps steigt die Stimmung in der Matrix mit jeder Note. Bereits früh im Programm lässt Esche sich auf den ausgestreckten Händen durch die Matrix tragen. Die daraufhin folgende Jamsession von ihm auf dem Tresen der Matrix trägt sein übriges zur grandiosen Stimmung bei. Eine kurze Atempause wird der Meute nur bei einer Akustikeinlage von „Mein letzter Gruß“ mit Julez von BRDigung gewährt. Mit „Junge, dein Leben“, „Typen wie wir” oder auch „Angst“ entfacht der Wahnsinn vor der Bühne. Schwitzige Körper wippen im Takt der schreienden Gitarre. Nach einer erzwungenen Sitzblockade taucht Esche am Mischpult in erhobener Position auf und gibt dort angestrahlt vom Scheinwerferlicht „Vom Siegen und Verlieren“ zum Besten. Die durstigen Kehlen vor der Bühnen gönnen sich auch zu „Hängt sie höher“, Wenn wir Abschied nehmen“ keine Pause und selbst als Serum 114 nun von der Bühne huschen, widerstehen die Besitzer dieser Kehlen dem Drang zur Theke zu gehen und so ertönen rasch die Zugabe Rufe. Nach einer weiteren Runde Kaltgetränke aus dem Kühlschrank an die ersten Reihen rücken schnell wieder die Instrumente in den Vordergrund. Die Party kann schnell wieder aufgenommen werden und Esche scherzt bereits durchschwitzt „mal schauen, wann ihr aufgebt“. Von aufgeben kann im Publikum nicht die Rede sein. Freudig und anscheinend noch fit, aber nicht mehr trocken, wird zu „Deine Stimme, dein Gesicht“ weiter gefeiert. Zu „Sorgenkind“ stürzt sich Esche nun zu seinen Fans, lässt sich umringt von ihnen feiern und zelebriert gemeinsam mit ihnen dieses Lied. Beim darauffolgenden Lied „Viel zu lange her“ hält es Bassist Markus nicht mehr auf der Bühne und lässt sich nun auch von den Fans durch die Matrix tragen. Es war kaum anders zu erwarten, aber auch nach diesem Lied ist noch lange nicht Schluss. Zum letzten Zugabenblock wird noch schnell von Gitarrist Thorsten zur Stärkung für sich und einigen wenigen weiblichen Zuschauern ein Wassereis aus dem Gefrierfach des Kühlschranks geholt und so können frisch gekühlt „Las Vegas“ und „schönen Gruß / Deine Frau“ gerockt werden. Verschwitzt, errötet, angetrunken, erschöpft und auch glücklich machen sich die vielen Gesichtsausdrücke auf den Weg nach Hause. Hängen bleibt, dass die „Deine Stimme / Dein Gesicht“ viele Varianten zu Tage kommen lässt
“Auf ein freudiges Wiedersehen in Köln“
www.serum114.de
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