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Schaurig schöner Tourauftakt in Augsburg

10. November 2012 - Damian's Tintenher(t)z, LaberPlanet vs. RockBlog

Megaherz feierte eine besonders unzüchtige “Unruhe-Nacht”

Woran denkt man bei dem Fest Halloween?
Na klar, an Geister, Dämonen, Zombies und allerlei andere skurrile Grusel-Gestalten. Außerdem an “Trick or Treat”, Kürbisse und jede Menge Süßkrams.
Das alles kann seit dem 31.10. dieses Jahres noch um ein interessantes, weiteres Wort ergänzt werden:
Megaherz!
Die Münchener ließen es sich nämlich nicht nehmen und feierten in der Rockfabrik Augsburg ein ganz besonderes Megaherz-Konzert-Special, eine ganz eigene und intensive “Unruhe-Nacht”. Damit gaben sie auch gleichzeitig den Startschuss für die Götterdämmerung-Tour Teil II, der die Süddeutschen wieder in jeden Winkel der Republik sowie ins benachbarte Österreich führen wird.
Aber das war noch lange nicht alles.
Um das ganz spezielle Fest des dunklen Clowns und seinen Männern noch gewaltiger einschlagen zu lassen, ließ man die Unzucht ebenfalls schon einmal von der Leine und eindrucksvoll dem Publikum beweisen, warum Megaherz die Niedersachsen zum offiziellen Tour-Support ausgewählt haben.

Eine solch besondere Nacht benötigte natürlich auch eine besondere Location, die man in der Rockfabrik Augsburg gefunden hatte. Das Innere, der über die Landesgrenzen hinaus bekannten RoFa, hatte man liebevoll in ein kleines Grusel-Biotop verwandelt. So schmückten allerlei Horror-Utensilien, wie Kreuze, Spinnenweben und Skelette, den Innenraum und gaben dem ganzen Konzertrahmen die richtige, stimmungsvolle Atmosphäre. Natürlich hatte man auch an den Megaherz-Merchandise-Stand gedacht, der zu dieser frühen Stunde schon von einigen Fans belagert wurde. Die zu diesem Zeitpunkt noch relativ leere Fläche vor der Bühne begann sich kurz darauf ebenfalls schnell zu füllen und das anwesende Publikum, das teilweise dem besonderen Anlass Rechnung getragen und sich verkleidet hatte, wartete voller Vorfreude auf den ersten Höhepunkt des Abends. Als dann die Beleuchtung der Bühne gedämmt wurde, war es endlich soweit.
Die Unzucht eroberte Augsburg.

Mit den Niedersachsen hat sich Megaherz einen ganz besonderen Support-Act ausgesucht.
Die letzten zwei Jahre waren für De Clercq, Der Schulz, Blaschke und Fuhrmann ein steiler Weg nach oben. Auftritte auf dem Mera Luna, Tour-Support für Mono Inc., Konzerte mit Staubkind, Lord of the Lost, Stahlmann und vielen weiteren Top-Acts der Szene verdeutlichen, warum die Norddeutschen als eine der angesagtesten “Newcomer-Bands” gilt. Mit dem brandneuen Debüt-Album Todsünde 8 im Gepäck betraten Unzucht die Bühne und gaben einen eindrucksvollen Beweis ihrer hervorragenden Live-Qualitäten ab. So wurde das Fegefeuer schon einmal auf enorme Betriebstemperatur vorgerockt und Megaherz ein perfekt eingestimmtes Publikum serviert. Songs, wie Todsünde 8, Allein, Der letzte Tanz oder auch Engel der Vernichtung, wurden lautstark bejubelt und mitgesungen und überhaupt schien Unzucht bereits einige Fans in Augsburg sein Eigen nennen zu dürfen. Die Stimmung war ausgesprochen gut und ausgelassen.
Lediglich der Lichttechniker sollte noch einmal seine Arbeit überdenken. Was wahrscheinlich dem begeisterten, anwesenden Musikfan nicht einmal sehr auffiel und gestört hatte, erwies sich als ein ausgesprochen katastrophaler Fotojob für die anwesenden Fotografen. Meist ging ein Drittel der Musiker völlig im Schwarz der Lichtlosigkeit unter, dann wiederrum gab es wahre Scheinwerfer-Stroboskop-Attacken, die so leider nur zu einer sehr kargen Ausbeute an guten Fotos führte. Bei einem kleinen Gespräch über die Lichtverhältnisse nach dem Konzert bewiesen die Niedersachsen allerdings ihre bodenständige Einstellung und zeigten sich dahingehend sehr selbstkritisch. Eine angenehme und lobenswerte Ehrlichkeit, die Unzucht so noch sympathischer macht. Dies jedoch sei nur als kleine persönliche Randnotiz erwähnt, denn wie bereits geschrieben, wird es dem begeisterten Publikum nicht einmal so sehr aufgefallen sein.
Eines hat dieser Abend auf jeden Fall bewiesen.
Wer Megaherz auf der kommenden Tour sehen wird und sich eines der begehrten Tickets gesichert hat, darf sich auf eine ganz hervorragende Supportband freuen. Unzucht ist live ein absoluter Stimmungsgarant und rockt das Publikum perfekt ein.
Herzlichen Glückwunsch Megaherz zu dieser genialen Wahl.

Setliste:

Todsünde 8
Allein
Auf Sturm
Schwarzes Blut
Meine Liebe
Unzucht
Deine Zeit läuft ab
Der letzte Tanz
Engel der Vernichtung

Nach einem kurzen Umbau waren dann endlich die sehnsüchtig erwarteten Herzen an der Reihe. Mittlerweile war die Rockfabrik Augsburg gut gefüllt und die Fans schienen es kaum mehr erwarten zu können. Hände klatschten rhytmisch und Megaherz-Rufe wurden lauter. Ihr Verlangen sollte nun endlich gestillt werden. Die Lichter senkten sich ein weiteres Mal, das Intro erklang und die Bandmitglieder betraten einzeln, unter lautem Jubel, die Bühne. Bam, Wenz, Chris und X-ti gingen an ihre Instrumente und stimmten das Publikum auf die folgenden Stunden ein. Man konnte schon an den gelockerten und fröhlichen Gesichtern der Megaherzen sehen, was für eine Vorfreude sie auf diesen besonderen Auftritt hier hatten. Für die Münchener Band ist Augsburg ja nur ein paar Kilometer vom megaherzlichen Heim und Herd entfernt und so hatte dieses Konzert gewissermaßen fast schon den Charakter eines großes Familientreffens.
Mehr noch Lex, der nun auf der Bühne erschien, konnte diesen Auftritt gar als echtes Heimspiel bezeichnen, da der charismatische Frontmann sogar tatsächlich in Augsburg wohnt.
Kein Wunder also, dass die Stimmung besonders gut und ausgelassen war.

Aber da war doch noch was Besonderes an diesem Tag und spätestens jetzt wurde man schlagartig auch wieder daran erinnert: Halloween.
Die Jungs von Megaherz hatten sich teilweise die Gesichter angemalt und vor allem Lex glich mit seiner Bemalung dem beschwörenden, dunklen, bösartigen und gemeinen Clown, der als das Maskottchen der Münchener Band gilt und so viele der Merchandise-Artikel, wie auch das Cover der Götterdämmerung, schmückt.

Es ging direkt in die rockigen Vollen.
Kaum war das Intro verklungen, schlug die Stunde der “Jagdzeit”.
Bam gab zusammen mit dem Wenz den treibenden Takt an und Chris und X-ti stiegen mit ihren harten Gitarrenriffs ein. Die Rockfabrik war erfüllt vom grandiosen, typischen Megaherz-Sound, für dessen Qualität diese Band weltweit bekannt ist. Wie kaum eine andere Formation hat gerade die süddeutsche Gruppe das Genre der Neuen Deutschen Härte mit beeinflusst und sich so einen hervorragenden Ruf, weit über die Landesgrenzen hinaus, völlig zu recht erarbeitet. Wer einmal bei einem Megaherz-Konzert dabei war, wird es bestätigen können. Egal ob 10.000 Wacken-Besucher oder 400 Rockfabrik-Gäste, Lex, Bam, X-ti, der Wenz und Chris geben immer alles.
So auch an diesem Halloween-Abend in Augsburg.
Mit der Live-Unterstützung von Sängerin Kayla hatte Lex eine wunderbare Gesangspartnerin bei “Jagdzeit” und einen fantastischen Einstieg in das Konzert.
Wer es bisher geschafft hatte, sich vielleicht noch zurückhalten zu können, wurde spätestens jetzt von der Begeisterungswelle mitgerissen, die Tornado- und Sturmgleich durch die Konzerthalle fegte. Lieder wie “Heuchler”, “Prellbock” und “Beiss mich” sind Killer, no Filler, wie der Engländer sagen würde. Einfach grandiose Rocknummern, die sensationell in die Beine gehen und zum Mitsingen einladen. So spielten Megaherz ein denkwürdiges und farbenreiches Rock-Spektakel, nicht nur wegen den bemalten Gesichtern, sondern vor allem, weil die Band einen tollen Querschnitt aus alten und neueren Liedern spielte. Lex und Co. hatten die Augsburger fest in der Hand und bewiesen ein ums andere Mal ihre Ausnahmestellung und besonderen Live-Qualitäten. Kraftvoll und melodisch, eindringlich und packend spielte Megaherz an diesem Abend den Reigen an Evergreens und Klassikern und natürlich fehlte auch nicht eine ausgesuchte Auswahl an Liedern der tournamensgebenden “Götterdämmerung”. Der Lichttechniker zog alle Register seines Könnens und an dieser Stelle sei er, genauso wie auch mal die Crew, erwähnt, die für einen ganz tollen, rundum gelungenen Abend sorgten.

Die Jungs hatten sich aber sogar noch weitere Unterstützung mitgebracht.
Einige leichtbekleidete Damen, ebenfalls mit bemalten Gesichtern verziert, ließen die Temperatur, vor allem einiger Männer, nochmals ein wenig höher steigen und gaben zusammen mit Lex eine kleine Choreographie-Einlage bei einigen Songs, unter anderem zum Beispiel “Rabenvater”.
Leider hat sich hier jedoch die Wahl der zweiten Bühne, als Ort der Darbietung, als etwas schlecht erwiesen. Diese befand sich komplett links versetzt zum Publikum und so kam leider nicht jeder der anwesenden Gäste in den optischen Genuss der Tanz-Einlage, da sich diese Bühne nicht von überall einsehen ließ und teilweise von Säulen verdeckt war. Die relativ spontane Einlage (O-Ton Lex) war jedoch eine schöne zusätzliche Besonderheit an diesem wirklich besonderen Konzertabend und nach knapp 1,5 Stunden war mit “5. März” das erste Set von Megaherz unter lautem Jubel zu Ende. Er ist und bleibt für mich persönlich immer wieder DER Gänsehaut-Song und mein absoluter Lieblingstrack von Megaherz und ich weiß, das dies auch bei vielen Anwesenden der Fall war. Natürlich wurden direkt die “Zugabe-Rufe” laut und man lechzte nach mehr. Megaherz ließ sich deshalb auch gar nicht lange bitten und nachdem Wunderkerzen dankbare Abnehmer unter den Fans vor der Bühne gefunden hatten, betraten Megaherz ein weiteres Mal die Bretter, die die Rock-Welt bedeuten und begannen mit “Licht am Ende der Welt” den Zugabe-Block.

Als wäre der Abend allerdings noch nicht mit besonderen Momenten erfüllt gewesen, folgte nun eine ganz außergewöhnliche Premiere.
Lex erklärte kurz, dass der folgende Song nun zum allerersten Mal überhaupt gespielt werden würde und das Publikum so eine echte Weltpremiere erleben konnte.
Das Lied, das den passenden Namen “Gegen den Wind” trägt, steht wie kaum ein anderer Song für die Geschichte von Megaherz und ihrem ständigen Kampf gegen Widerstände und dem Einreißen von Mauern. Daher ist dieser Track auch ein besonderes Lied für alle Mitglieder und gleichzeitig ein Ausrufezeichen von Megaherz in die Welt hinaus.
“Gegen den Wind” ist ein unglaublich starkes Stück der süddeutschen Formation. Unterlegt mit einer ganz hervorragenden elektronischen Soundstruktur im Hintergrund, für den sich wieder X-ti verantwortlich zeigt, erzählt das Lied eindrucksvoll vom Kampf und dem unermüdlichen Weg der Münchener “gegen den Wind”. Die Gitarren sind präzise und hart an den richtigen Stellen und machen den Song zu einem der kräftigsten und in Musik und Text eindruckvollsten, in der bisherigen Schaffenskraft von Megaherz überhaupt. Das Publikum war begeistert und auch Megaherz sah man die Freude über die gelungene Live-Geburt des Songs an.
Mit dem letzten Lied des Abends, “Miststück”, feierten die anwesenden Besucher noch einmal zusammen mit der Band lautstark ab und ließen die Rockfabrik tatsächlich in den Grundmauern erzittern. Glücklich verließen Megaherz unter tosendem Beifall die Bühne und natürlich ließen es sich Lex, Bam, X-ti, Wenz und Chris nicht nehmen, nach einer kurzen Pause, noch am Merchandise-Stand zu erscheinen und sämtliche Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen, immer freundlich und nett zu einem kleinen Smalltalk bereit.

Reflexion

Das war großes Kino Megaherz.
Der besondere Abend wurde wunderbar aufgegriffen, mit einem tollen Programm für die Augsburger Rockfabrik, noch um einige Leckerchen erweitert. Natürlich war die Präsentation von “Gegen den Wind” hier das herausragende Erlebnis und für viele Besucher auch das prägendste Ereignis des Abends. Megaherz spielte ein geniales Set der besten Megaherz-Songs und jeder Gast der kommenden Tour wird begeistert sein. Mit Unzucht haben die Münchener eine Formation ausgesucht, die für eine tolle Stimmung sorgt und das Publikum bestens aufgewärmt an den Hauptact übergibt. So soll es sein. Da schlägt das Rockherz höher. Die unverfälschte Natürlichkeit, mit der die Süddeutschen das Publikum unterhalten und die Lockerheit zeigt die großartige qualitative Klasse von Megaherz.

Und wer bis jetzt schon die grusligen und dämonischen Unruhe-Abende von Halloween liebte, hat seit jener Nacht in der Rockfabrik in Augsburg einen vergötternden Grund dazugewonnen:

Megaherz!

Setlist:

1. Intro
2. Jagdzeit
3. Heuchler
4. Prellbock
5. Beiss mich
6. Heute Nacht
7. Abendstern
8. Mann im Mond
9. Dein Herz schlägt
10. Kopfschuss
11. An deinem Grab
12. Keine Zeit
13. Meine Sünde
14. Herz aus Stein
15. Gott sein
16. Rabenvater
17. 5. März
18. Licht am Ende der Welt
19. Gegen den Wind
20. Miststück

Galerie Megaherz, Teil 1:

Daten der Götterdämmerung-Tour-Teil II

15. Nov 2012 – D-MANNHEIM
16. Nov 2012 – D-GIESSEN
17. Nov 2012 – D-WÜRZBURG
23. Nov 2012 – D-CHAM
24. Nov 2012 – D-DRESDEN
29. Nov 2012 – D-DUISBURG
30. Nov 2012 – D-FRANKFURT
01. Dez 2012 – D-ILLINGEN
07. Dez 2012 – A-STEYR
14. Dez 2012 – D-SIEGBURG
15. Dez 2012 – D-HANNOVER
26. Dez 2012 – D-LEIPZIG
27. Dez 2012 – D-MÜNCHEN
28. Dez 2012 – D-STUTTGART
29. Dez 2012 – D-KÖLN
12. Jan 2013 – A-WIEN

Megaherz Galerie, Teil 2:

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