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Loveparade 2010 wird zur Todesparade 2010

25. Juli 2010 - BoulevardPresse, Dies & Das, Musik & Co.

Hallo Leute!

Seit nunmehr 21 Jahren gibt es die [[Loveparade]], welche in [[Berlin]] 1989 ihren Ursprung hatte. Das als Friedensparade der Techno und Raver Szene von [[Dr. Motte]] gegründete Event, welches alljährlich in Berlin gefeiert wurde, erlangte über die Jahre eine solche Beliebtheit in der ganzen Welt, dass es schon seit Jahren zu einem millionenstarken Fest mit stetig wachsenden Besucherzahlen avanciert ist!

Loveparade 2010

In diesem Jahr sollte die [[Loveparade]] in Duisburg, der europäischen Kulturhauptstadt 2010, stattfinden und gleichermaßen auch ihr tragisches Ende nehmen! Am Samstag, 24.07.2010, starben auf der Loveparade 2010 in Duisburg nach bisherigem Stand 19 Menschen und weit über 300 Menschen wurden teils schwer verletzt!

An dieser Stelle möchte ich allen Betroffenen und deren Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aussprechen und auch dazu aufrufen, dass alles daran gesetzt wird, den Verantwortlichen hierfür ihre gerechte Strafe zukommen zu lassen!

Pressekonferenz Betroffene Gesichter bei der Pressekonferenz der Verantwortlichen und Organisatoren der Loveparade 2010 in Duisburg:

(von oben links nach unten rechts)

Detlef von Schmeling (Polizei Duisburg), Wolfgang Rabe (Leiter des Krisenstabs), Rainer Schaller (Geschäftsführer Loveparade) und Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Schade nur, dass ausser Trauermienen nicht wirklich viel bei der Konferenz herumkam, denn auf einmal will sich keiner für das was passiert ist verantwortlich zeigen!

Aber was ist nun eigentlich wirklich passiert? Wer hat Schuld daran? Und … Hätte es vielleicht verhindert werden können?

Dies muss nun die Staatsanwaltschaft ermitteln, die eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt erhoben hat.

Auslöser für die Massenpanik, bei der 19 Menschen getötet und über 300 Menschen verletzt wurden war laut Medienberichten die völlige Überlastung des Ein- und Ausgangsbereich zur Veranstaltung. Der einzige Zugang ist ein Tunnel, der auf das Gelände führt.

Zur Loveparade pilgerten in diesem Jahr ca. 1,4 Millionen Menschen – auf ein Gelände (ausgedienter Güterbahnhof), welches laut Aussage des Krisenstableiters Wolfgang Rabe nur für 300.000 Leute ausgelegt war. Der einzige Zugang ist der Tunnel, in dem sich tausende von Menschen aufgestaut hatten, als die Massenpanik ausbrach und etliche Menschen einfach totgetrampelt wurden oder bei dem Versuch sich zu retten, ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden!

Die angrenzende Autobahn an das Veranstaltungsgelände wurde gesperrt, so dass Rettungskräfte zum Einsatzort gelangen konnten. Rettungswagen mit Sirenen und Rettungshubschrauber prägten neben weiter hämmernden Beats die Geräuschkulisse auf der Loveparade.

Die Veranstaltung lief weiter, denn im Zentrum der Parade ahnte noch keiner von den schrecklichen Vorkommnissen an der Westseite des Zugangstunnels.

Hier drängt sich das Bild von dem Kamel auf, welches durch ein Nadelöhr geht!

Hier nun erst einmal einige visuelle Eindrücke von dem Geschehen bei der Loveparade:

Anmerkung:

Bewußt zeige ich hier nur die Nachrichtenbilder, die man in den Onlinenachrichten bei Bild.de sehen kann, obwohl es mittlerweile eine Flut von Videos auf YouTube und anderen Plattformen gibt, die teilweise von Besuchern mit der Handykamera aufgenommen wurden und das wirkliche Ausmaß dieser schrecklichen Katastrophe zeigen. Diese möchte ich aus Pietätsgründen hier NICHT zeigen!

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Zugegeben bleiben einige Fragen im Moment noch offen, was die Ursachen der Katastrophe angeht, allerdings möchte ich einmal ganz deutlich machen, dass es nicht nur eine Frechheit – sondern ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen ist, was heute bei der Pressekonferenz “rumgedruckst” wurde!
Keiner will Schuld haben – der Oberbürgermeister Sauerland will sogar von gar nichts gewusst haben und laut Polizei seien nur 105.000 Menschen auf dem Gelände zum Zeitpunkt des Unglücks gewesen!

Meine Herren, Sie sollten sich allemal in Grund und Boden schämen!

Wenn man den verschiedenen Berichterstattungen der Medien (Radio, Printmedien, Internet) Glauben schenken darf, zumindest wenn sich verschiedene Quellen hierbei decken, dann frage ich mich wie es sein kann, dass man im Vorfeld schon mehrfach auf erhebliche Sicherheitsmängel aufmerksam gemacht wird, dies aber einfach ignoriert?!
Böse Zungen behaupten, dies sei mitunter aus der Gier nach mehr Profit so gekommen, aber dazu möchte ich mich vorerst völlig neutral verhalten!
Aber laut Medien haben nicht nur die Veranstalter und Verantwortlichen Bescheid gewusst, sondern durchaus auch Mitwirkende der Parade. Meiner Meinung nach sollte das ganze Geschehen von vorne bis hinten aufgerollt und alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden!

Die Loveparade soll laut Aussagen der Geschäftsführung nicht wieder stattfinden!

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Alle reden in den letzten Tagen andauernd von [[Zivilcourage]], da sich der Brunner-Fall jährt – aber was wir hier erleben müssen, ist wohl eher respektlos! Damit meine ich das Verhalten derjenigen, die nun keinerlei Verantwortung haben wollen den Familien und Freunden der Opfer gegenüber!

Da wir hier im Blog immer viel Musik haben, habe ich an einen Song denken müssen, den es in etlichen Versionen von den verschiedensten Interpreten gibt. Der Song heisst “Hallelujah” und ist im Original von [[Leonard Cohen]]. Hier eine Version von [[Bon Jovi]] – eine musikalische Gedenkminute für alle Betroffenen!

13 thoughts on “Loveparade 2010 wird zur Todesparade 2010

Phoenix

Du hast so verdammt Recht Schmuddel! Als ich gehört habe,dass niemand sich dafür verantwortlich fühlt,war ich wirklich sauer! Das können die doch nicht machen!Und die haben das sogar gewusst,dass es Mängel gab an der Sicherheit!Ich hätte die Loveparade dort niemals stattfinden lassen!
19 Menschen für die Geldgier anderer Leute gestorben!Das kann doch nicht sein!Und dann will es mal wieder keiner gewesen sein,so typisch für geldgierige Leute!Bestimmt ist es denen total egal,dass da welche gestorben sind!Wirklich schlimm!
Auch mein Beileid an die Betroffenen.
Inzwischen sind es sogar über 500 Verletzte.
LG Claudia

Reply
Tina

ich kann mich dem bereits geschriebenen nur anschließen. ich bin fassungslos – wenn ich mir das gelände anschaue kann ich nicht begreifen wie man an diesem ort, welcher für nur 300.000 Menschen ausgelegt war und mit nur einem tunnel, der als ein- und ausgang für alle galt, einen riesenakt wie die loveparade veranstalten kann.
ich hoffe, dass die verantwortlichen für diese aktion zur rechenschaft gezogen werden. nur wird dadurch leider die todesparade niemals wieder zur loveparade. es ist echt wahnsinn, was da passiert ist.
ebenfalls mein beileid an die angehörigen der opfer und alle verletzten.
lg, Tina

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Cyberbotschafter

Hallo zusammen – ich bedauere zu aller erst mal das es eine Veranstaltung gegeben hat bei der 20 Menschen zu Tode kamen – es über 500 Verletzte gab und den Familien den Familien der Toten würde ich auf diesem Wege mein Beileid aussprechen wollen.

Nun zum Rest:
Was sprecht Ihr denn da für eine qequirlte Scheixxe (sorry) Rettungsdienste haben versagt (wer glaubt denn ernsthaft das der Rettungsdienst durch eine Menschenmenge – mit Trage – besser durchkommt als irgendwer anders ?)

Irgendwo las ich: Wenn man sich das “Gelände” einmal anschaut … warum schaut ihr nicht vorher – das Gelände war vor der Loveparade schon da …

Ich räume einmal ein das es sicherlich immer irgendetwas zu verbessern gibt … ich räume aber auch ein das von den 850 Tausend oder auch 1,4 Millionen – oder auch 2,3 Millionen (wieviel waren es denn) Zuschauern jeder wusste das es gefährlich werden kann – vielleicht nicht wegen Massenpanik – wie wäre es mit Terror Anschlag ? Der nette Herr im Kaftan neben dir trägt einen Spengstoff Gürtel ???? Oder der Verwirrte im Mercedes jagt durch die Absperrung in die Menge ?????

Geldgier bei der Loveparade …. OK – die Veranstalter verdienen Geld mit dem was sie tun (aber ich verdiene auch – Geld mit dem was ich tue)

(Die Veranstaltungen wo nix passiert ist und der Veranstalter genau so “Geldgierig” war waren übrigens aus der Sicht der mir bekannten Besucher “GEIL” – das aber nur mal so)

Und wenn man schon bei Zahlen und Fakten ist – wie hoch waren eigentlich die Besucher Zahlen der Loveparade in den letzten Jahren wo die – wo auch immer – stattfand. Jeder Besucher – sogar ich als NICHT BESUCHER – wußte doch schon im Vorfeld das es VIEL MENSCH werden wird der dorthin kommt.

Letztendlich ist es ein Unglück mit vielen Toten das sich aus dem jetztigen Stand der Dinge hätte verhindern lassen – aber der Untergang der Titanic wäre nach heutigem Stand der Dinge ebenfalls verhinderbar gewesen.

Aber Leute die hier mitreden möchten – die keine Ahnung von dem haben was geplant war – was gelaufen ist sollten aus meiner Sicht derzeit lieber den Mund halten.

Die Polizei ermittelt – die Polizei wird auch den Hinweisen und den Vorwürfen nachgehen die Besucher vor der Tragödie machten – und die Staatsanwaltschaft wird – sofern es jemanden gibt der Schuld hat – dem auch an den Eiern kriegen.

Aber jetzt mal zur menschlischen Dummheit:
Wenn es nächstes Jahr wieder eine Loveparade geben würde – und die wieder in Duisburg wäre – was glaubt ihr wie viele Besucher dahin gehen würden … Ich geb mal ne vorsichtige Schätzung ab:

1,4 Millionen, 2,3 Millionen – ich sage: Genau so viele wie in diesem Jahr ….

Oder warten wir´s ab – Nature One ist am kommenden Wochenende (oder wurd da was abgesagt ?) Syndicate kommt auch bald …

Hat sich schon wer das Gelände dort angeschaut ? Hat mal jemand mit dem Veranstalter und der Genehmigungsbehörde gesprochen von denen die da hin fahren ? Oder habt ihr einfach dezeit nur die Planung wo der günstige Jägermeister herkommt oder ob der Schwenkgrill noch ins Auo passt und wie das Bier kühl dahin kommt ??

Anderen – vor allem Behörden war vorzuwerfen geht schnell – die Frage ist nach der eigenen Verantwortung – wie schaut es da bei Euch aus ?

So und seid mir nicht allzuböse – es ist immer einfach dem jeweils anderen was vorzuwerfen – Und ganz genau das passiert ja derzeit überall ….

Reply
Schmuddel

Lieber Cyberbotschafter!
Du weisst, dass ich deine Kommentare und deine ganzen Aktivitäten im Netz sehr schätze, aber zu diesem Kommentar muss ich, zumindest teilweise, mein Veto einlegen.
Natürlich hat jeder eine Eigenverantwortung und muss bei dem Besuch eines solchen Events in der Größenordnung zumindest mal einen Gedanken daran verschwenden, dass etwas passieren könnte – gerade auch in Hinsicht auf den Terror – da widerspreche ich dir auch keineswegs!

Aber alleine die Tatsache, dass (wie mittlerweile bekannt geworden ist) schon 4 Wochen vor der Loveparade erhebliche Bedenken an der Sicherheitsplanung an die Verantwortlichen der Stadt Duisburg herangetragen worden sind, an die sich heute keiner mehr erinnern kann, spricht schon sehr dafür, dass dort etwas im Argen liegt!

Ich denke auch nicht, dass irgendjemand (zumindest hier nicht) den Rettungskräften oder der Polizei hier einen Vorwurf macht oder machern kann, denn die haben denke ich alles in ihrer Macht stehende getan, um schnellstmöglich Hilfe zu leisten – gar keine Frage!

Nur wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, ist es halt zu spät – da kann man nur versuchen (und das haben wohl auch alle), schlimmeres zu verhindern!

Wenn ich in Interviews etwa eine hochschwangere Frau darüber reden höre, wie wahnsinnig voll es dort war, oder einen Vater, der mit seiner 4 jährigen Tochter dort war sich über Menschenmassen beschwert, dann kann ich mich auch nur noch an den Kopf fassen und mich fragen:
Wie verantwortungslos ist denn bitteschön sowas?!

Aber letztendlich wird wohl jeder sagen, dass das Konzept alle Besucher durch einen Tunnel rein und rausgehen zun lassen mehr als gefährlich ist, wenn man mit solch hohen Besucherzahlen rechnet!!
Und da sind wir wieder bei der Organisation und den Verantwortlichen, die sich momentan leider rückratslos zeigen und verhalten.

Nun warten wir mal ab, was die Staatsanwaltschaft herausfindet, so dass diejenigen,die es zu verantworten haben, auch zur Verantwortung gezogen werden können!

Gruß
Schmuddel

Reply
Cyberbotschafter

Hallo Schmuddel – ich verfolge die Nachrichten zur Loveparade sehr aufmerksam.

Was ich derzeit sehe ist eine Schlammschlacht. Jeder will nichts gewesen sein. Das “Sicherheitskonzept” ist mir unbekannt. Ebenso das Sicherheitskonzept der Nature One – das nach Medienberichten ja steht … gugst du hier: http://westreporter.eu/uh-news/?p=13927

Was da “steht” geht auch hier nicht wirklich hervor – wobei ich mal “gegoogelt” habe und die Besucherzahlen der letzten Jahre – Loveparade und Nature One – gefunden habe.

Das Nature One ist mit – etwa 63 Tausend Besuchern natürlich wesentlich kleiner als die Loveparade – und soweit ich weiß immer am gleichen Ort.

Ich sehe – mit meinen gut 44 Jahren natürlich ganz andere Gefahren als vielleicht der Jugendliche Besucher der Veranstaltung und habe auch – aus welchem Grunde auch immer – eine gewisse Abneigung gegen grosse Menschenansammlungen.

Was die “Aufsichtspflicht” der Entscheidungsträger angeht:
Da muss sich der Besucher ja darauf verlassen können das für seine Sicherheit gesorgt ist – überhaupt keine Frage … Ich geh ja auch davon aus das ein Pilot oder ein Logführer weiss was er tut – aber ganz ehrlich:

Auch der Besucher hat eine gewisse Pflicht. Wenn ich über die Strasse gehen will – an einem Zebrastreifen – renn ich ja auch nicht los wenn ich seh der Wagen wird nicht halten. OK – der Gesetzgeber hat den Zebrastreifen hingemalt damit ich sicher rüber komm – und der herannahende Autofahrer weiss das auch …
Und zu dieser eigenen Pflicht rechne ich auch den Vater mit seiner Tochter – der davon ausgehen muss das sich die kleine losreißt und inmitten von 1,4 Millionen Menschen verschwindet … oder die hochschwangere die besser daheim bleibt ….

Aber diese Situation war wohl weder vom Besucher noch vom Veranstalter und vom “OK Geber” vorauszusehen – so das die Menschen – die ihrem Gefühl nach ni cht durch den Tunnel wollten ausgewichen sind – ausgewichen in eine Todesfalle. Ob es mit de Absperrung einer Treppe getan ist …. schwer zu sagen …

Mein Wunsch – oder bessere meine Forderung an die Staatsgewalt ist es dieses katastrophale Unglück ohne Rücksicht auf Geld und Positionen aufzuklären und die verantwortlichen Personen zur Rechenschaft zu ziehen … und zwar so das man sich an dieses Urteil auch in 200 Jahren noch erinnert … aber mein Wunsch wäre es auch das Leute die nichts zu sagen haben die Klappe halten …. Nicht aus den Augen verlieren – in gar keinem Fall – aber nicht die Ermittlungen durch dämliche Bemerkungen zu erschweren.

Der Polizeibeamte vor Ort, der Ordner oder Feuerwehrmann kann nichts dazu. Das ganze ist ein Spiel der gehobenen Liga und muss auch daher in den oberen Büros der Entscheidungsträger ausgefochten werden.

Und wer es belegen kann das weit vorab auch nur ein kleines Manko gemeldet wurde – der soll sich zu Wort melden – für uns – oder für mich als unbeteiligten fassungslosen Leser von Zeitungen oder Zuschauer von TV Programmen gilt: Ich halte mich zurück und erwarte rücksichtslose Aufklärung dieser Katastrophe.

Reply
Schmuddel

Hallo!

Mit Verlaub, aber du widersprichst dir ja selber! Auf der einen Seite sagst du, dass der Veranstalter für die Sicherheit seiner Gäste zu sorgen hat – aber auf der anderen Seite machst du (mehr oder weniger direkt) den Leuten, die sich dort in dieser tragischen Situation befunden haben den Vorwurf da gewesen zu sein. An der Stelle hinkt dein Vergleich mit dem Zebrastreifen schon ein wenig – denn – natürlich ist es so gedacht, dass Fußgänger dort “Vorfahrt” haben, aber gucken muss man trotzdem.
ABER
Wenn ich als Veranstalter eine Location wähle und diese im Endeffekt nur über einen gemeinsamen Ein- und Ausgang erreichbar mache, dann haben wir genau an dieser Stelle schon das genaue Gegenteil eines “Zebrastreifens”! Denn was dort passiert ist kein undenkbares Szenario – aucvh nicht im Vorfeld! Ich möchte hier nochmal an das Kamel und das Nadelöhr erinnern!
Was genau du mit “dämlichen Bemerkungen” meinst weiss ich zwar nicht genau, aber wenn du die Anführung von Medienberichten, wie das im Vorfeld bemängelte Sicherheitskonzept meinst (man brauch es dazu auch nicht zu kennen, schließlich sind wir alle keine Experten), dann Stelle ich mir die Frage, wie du dazu kommst, allen Medienberichten diesbezüglich keinen Glauben zu schenken wo du doch als Westreporter ein Medien-Sprachrohr bist!
Meinungen gehen nunmal auseinander, aber das ist ja auch gut so! Selbstverständlich gebe ich dir Recht wenn du sagst, dass alles restlos aufgeklärt werden soll und es ein Urteil geben muss, an dass man sich noch sehr lange erinnert um auch dem vorzubeugen, dass so etwas noch einmal passieren kann! Eine hundertprozentige Sicherheit kann es sowieso nicht geben!
Wie wir heute in der Pressekonferenz von Hannelore Kraft (SPD) erfahren konnten, ist es angedacht, dass in Zukunft auch die Ministerien, in erster Linie wohl das Innenministerium, bei solchen Veranstaltungen im Vorfeld mit rat und Tat zur Seite stehen!
Das ist doch auch schonmal ein Schritt in die richtige Richtung!
Gruß
Schmuddel

Reply
Cyberbotschafter

Ja – das eine sind Medienberichte (westreporter) das andere ist meine Meinung – ich persönlich finde es schade wenn Veranstaltungen diesen Verlauf nehmen: Es gibt keine Loveparade mehr

Ich finde es schade das man sich von Seiten der Verantwortlichen so verhält wie man sich verhält – nämlich Scheixxe – zumindest für den geneigten Mitverfolger des Unglücks

Das ändert nichts das ich aus geschriebenen Gründen (Anschlägen) so große Veranstaltungen für bedenklich halte –

Dennoch hat der Entscheidungsträger für die Besucher mitzudenken und mitzuorganisieren – was nicht heißt das der Besucher das Hirn am Eingang abzugeben hat … Nicht mehr und nicht weniger

Wenn der Entscheidungsträger aber auch nur ansatzweise denkt: Wird schon gut gehen – was soll schon passieren – dann sollte er die Veranstaltung absagen – und die Loveparade ist ja ab und an bereits ausgefallen – aber nicht auf Deufel komm raus das Ding durchhauen.

Wenn es in diesem Jahr “versucht wurde durchzuhauen” dann muss sich derjenige oder diejenigen die hier “Nicht gedacht haben” den Arsch in der Hose haben sich den Anschuldigungen zu stellen.

Was ich nicht mag sind Leute die vorab das Gesicht aufmachen – wir kennen das:

Du willst heiraten – schon meldet sich wer der dir sagt das diese Ehe nicht funktioniert. Wenn es klappt – hörst du niemals wieder von ihm – lässt du dich scheiden steht der Typ vor dir: Hab ich´s nicht gesagt ??

Und ganau das scheint hier grade zu passieren. Ich möchte keine Partei für oder gegen jemanden ergreifen – wir waren auch Betroffen da wir über Stunden nach dem Unglück den “Nachwuchs” nicht erreichen konnten und damit waren wir sicherlich nicht allein. Das Aufatmen kam Stunden nach der Info über dieses Unglück.

Und genau das ist was mich hier sauer macht – wir hier in Deutschland sind total aufgeschmissen in unser super technischen Welt und erreichen zunächst gar nichts … Naja und nun das Mitdenken: Unser Nachwuchs hätte sich auch bemühen können sich zu melden – Er hat es mitgekriegt war aber der Meinung es reicht wenn er sich anderntags meldet ….

Aber lass uns nichte weiter über dieses Ding unterhalten. Hoffen wir das die Staatsanwaltschaft diesen Fall bedingungslos klärt und die Schuldigen – wenn es die dann gibt (es gilt auch hier die Unschultsvermutung bis die Schuld festgestellt wurde) heranzieht. Für die Toten des Events hilft das aber gar nichts mehr.

Einen schönen Abend noch
Uwe

Reply
Schmuddel

Hi Uwe!
Du hast Recht:
Die Verantwortlichen müssen sich dem stellen! Es macht die Opfer zwar nicht wieder lebendig, aber zumindest hat man dann einen sauberen Schlußstrich gezogen und ein abschreckendes Beispiel für andere geschaffen! Hier sollen diejenigen, egal welche politische Position sie auch inne haben mögen, mit der vollen Härte des Gesetzes gestraft werden!
Wir werden am Ball bleiben und sowohl beim Westreporter, als auch auf dem LaberPlanet das Geschehen verfolgen!
Dir auch noch nen schönen Abend, Uwe!
Schmuddel

Reply
generic

Hmm, eigentlich wollte ich nur mal irgendwo ein paar Gedankengänge zu dem Geschehnis dokumentieren und wusste, das Schmuddel sich über jeden Eintrag hier freut.

Was ihr hier allerdings an Diskussion vorfinde, lässt mir die (langen!) Haare zu Berge stehen.

Bin einigermaßen geschockt vom Zynismus, Populismus und Geltungszwang des Herren Cyberbotschafters. Hauptsache eine leicht andere Meinung haben als alle anderen?

Besonders reizt mich der implizite Schuldvorwurf an die Besucher…

Wenn Menschen es zulassen, sich aus Angst vor arbiträren Gefahren von Aktivitäten und Versammlungen fernzuhalten (z.B. aus Angst vor Terroranschlägen), verlieren sie ihre Freiheit.
Ich dürfte beispielweise keine Gebäude mit nominalem Personenfassungsvermögen von mehr als ca 1000 Menschen betreten, da dies ja potentielle Anschlagsziele sind.
Ich dürfte, wenn ich konsequent bin, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, da diese (siehe Regionalbahnen in Spanien) potentielle Anschlagsziele sind.
Ich dürfte keine Fußgängerzonen mehr betreten, weil ich damit rechnen muss, dass ein seniler Rentner seinen Mercedes nicht unter Kontrolle hat.

*seufz* Ich weiche vom Thema ab. Soviel sei nur noch gesagt: Ich gönne jedem seine Ängste und Bedenken. Wer sich so einschränken lassen will: herzlichen Glückwunsch. Sie sind ein guter Lemming (ähm, Bürger), die Konditionierung greift. Egal für wie ausgefallen sie sich halten. Und jetzt kuschkusch, wieder Youtube, TV und (Bild)Zeitungen konsumieren und die Neurose füttern.

Zum eigentlichen Thema:

Tatsächlich tragische Geschichte, aber alles in allem wohl sehr glimpflich verlaufen.
Die Verantwortungsfrage wird sich wohl niemals ganz aufklären.

Der Veranstalter hat seine wirtschaftlichen Interessen (Kostenminimierung) mit aller Vehemenz verfolgt. Wer will es ihm verübeln? Es ist sein Job, seine Position in der Organisation des Projektes Loveparade. Dass er einen Verhandlungspartner hatte, der ihm in der Beziehung nicht das Wasser reichen konnte … schade, aber ganz im Sinne unserer kapitalistischen Weltordnung.

Die Verwaltung hat ihre Aufgabe nach wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Aspekten erfüllt. Hier wird kein einzelner Entscheider aufzutreiben sein, da die Bürokratie keine einzelnen Entscheider produziert.
Die gesamte am Projekt beteiligte öffentliche Hand mag nun zwar dümmlich und naiv dastehen und ein Sündenbock wird auch sicherlich gefunden, aber im Endeffekt handelt es sich auf dieser Seite um ein Systemversagen, da Rollen unterschiedlicher Interessenslage (Wirtschaftlichkeit vs Sicherheit) derselben Instanz zugewiesen wurden. Man könnte es als Korruption von innen bezeichnen.

Der Exekutive letztendlich kann man garkeinen keinen Vorwurf machen. Die eingesetzten Polizeibeamten und Sanitäter haben sich an diesem Tag auf gut Deutsch den Arsch aufgerissen und durch oftmals sehr pragmatischen Einsatz einen schlimmeren Ausgang verhindert.

Was bleibt also an Gelerntem aus der Tragödie?

Leider nicht viel neues: Wie üblich wird nach rollenden Köpfen geschrien, nach Schuldigen gesucht.
Ein Nachdenken über die inzwischen übliche Praxis, Menschen als Zahlen zu betrachten und anhand dieser Zahlen nach wirtschaftlichen Interessen zu verfahren wird wohl ausbleiben.
Was Event-Sicherheit anbelangt werden wohl auch keine großartigen Neuerungen zu erwarten sein. Ich rechne mit einer leicht verschärften Gesetzes- / Vorschriftenlage, die dann aber gegebenenfalls auch wieder umgangen werden kann, wenn die wirtschaftlichen Interessen nur stark genug sind.
“Volkspsychologisch” wird kurzzeitig wohl eine größere Skepsis gegenüber Großveranstalungen aufkommen. An der Psychologie des in der Masse aufgehenden Individuums wird sich hier aber rein garnichts ändern.

soweit meine 5 Euro-Cent.

Beste Grüße

generic

Reply
Tina

bravo generic, dus hast die passenden (höflich gebliebenen) worte über diesen Herrn Cyberbotschafter gefunden. Wollte über das von ihm dargestellte heute morgen auch einen bericht schreiben aber ich war dermaßen emotionsgeladen über das was er sich anmaßt, dass meine aussage über ihn weitaus weniger objektiv ausgefallen wäre. deshalb habe ich lieber auf einen kommentar verzichtet, bevor mir noch beleidigung vorgeworfen wird.
lg,
Tina

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Dr. Hoffnung

Tragödie auf der Loveparade  Was tun?  Verbreitet diese Botschaft  Nichts geschieht – außer man tut es!!

Zutiefst erschüttert möchte ich hiermit mein tiefes Mitgefühl, meine unendliche Trauer zum Ausdruck bringen über
ein solch unfassbares Geschehen, den völlig sinnlosen Tod von 21 Menschen, der so einfach zu vermeiden gewesen wäre.

Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der völlig unschuldigen Todesopfer – voller Entsetzen.

Ihr grausamer Tod darf nicht umsonst gewesen sein.

Nichts ist mehr, wie zuvor – Nichts ist mehr, wie es einmal war.

Es ist genug.

Deshalb dieser Appell an die Weltgemeinschaft!

Menschen, die gemeinsam mit Millionen von anderen Menschen lebensfroh für die universelle Liebe auf der Loveparade tanzen wollten, seit 1989, kommen grausamst, völlig unschuldig und völlig sinnlos auf solch tragischste Weise ums Leben –
aus reiner Profitgier, aus totaler Verantwortungslosigkeit, aufgrund eines absurden Geltungswahns und irrealer Imagesucht.

Was für eine Politik. Was für Dilletanten, was für eine Gesellschaft.

Es ist Zeit, dieses perfide System, wo sich alles immer nur ums Geld und um den maximalen Profit dreht, zu beenden.

Dieses System, was sich, völlig zu unrecht, soziale Marktwirtschaft und Demokratie nennt,
wird von Geldgier getrieben und ist doch auch nur
eine Diktatur der großen, breiten, trägen, zumeist unreflektierten, verführten Masse über Minderheiten.

Und gerade die große Mehrheit hat längst nicht immer recht.

Wir, die einzelnen Menschen sind nur billiges Stimmvieh.

Leider kenne ich kein besseres Lebensmodell – als die Demokratie.

Aber wir können diese Gesellschaft in eine humanere, menschlichere Gesellschaft und in eine echte Basis-Demokratie verwandeln, damit solch grausame Dramen, wie in Duisburg am 24.07.2010, nie wieder geschehen.

Wie? Es ist so einfach:

Wir müssen uns nur alle gleichzeitig solidarisch verhalten.

Nur dann können wir diese Welt noch retten – für unsere Kinder und Kindeskinder,
damit auch diese noch in einem lebenswerten Umfeld aufwachsen können und dürfen.

Wir dürfen uns nicht mehr bei jeder Wahl als billiges Stimmvieh und willenloses Werkzeug missbrauchen lassen.

Trotzdem sollten wir alle zur Wahl gehen,
weil wählen gehen zu dürfen ein hohes Gut ist,
für das viele Menschen in Diktaturen ihr Leben verlieren, nur weil sie Wahlen fordern.

Geht bitte alle zu jeder Wahl und macht eure Stimme ungültig, indem ihr ein großes Riesenkreuz auf jeden Wahlzettel macht.

Ja, Ihr habt richtig gelesen: Geht zur Wahl und macht Eure Wahlstimme ungültig. Warum ?

Damit demonstrieren wir und zeigt Ihr, dass auf dem Wahlzettel niemand steht,
den man ehrlichen Gewissens wählen kann und dass wir
eine bessere Gesellschaft, eine bessere Welt wollen in Liebe und Frieden – für alle Menschen auf diesem Planeten.

Gehen wir alle zur nächsten Wahl. Machen wir alle gemeinsam unsere Wahlstimme ungültig:

als Zeichen der Trauer,

als Zeichen unseres Entsetzens,

als Zeichen unserer Fassungslosigkeit,

als Zeichen der Entrüstung,

als Protest gegen ein System, dessen Folge der sinnlose grausame Tod von 21 jungen Menschen ist,
nur weil sie für die Liebe und in Liebe tanzen wollten,

als Zeichen dafür, dass wir eine humanere, menschlichere Gesellschaft wollen,
in der niemand aus Profitgier sterben muss – egal an welchem Ort auf dieser Welt,

als Zeichen dafür, dass wir die Spirale nie endender, auch wirtschaftlicher, Gewalt und des grenzenlosen Egoismus durchbrechen wollen,

als Zeichen dafür, dass wir so nicht weiterleben können und wollen.

Die dramatisch ungerechten Zustände dieser Zeit,
die Spaltung der Kontinente, Nationen und Gesellschaften in Verlorene ohne jede Perspektiven und in
skrupellose, machthungrige und rücksichtlose Potentaten, in Industrie, Wirtschaft und Politik,
die im Rausch der Allmacht alle Werte und Ideale vergessen und verlieren,
ist das Resultat unseres Verhaltens in der Vergangenheit.

Wollen wir also die Zustände und Verhältnisse ändern,
müssen wir selbst unser eigenes Verhalten ändern.

Dazu gibt es keine Alternative. Anders geht es nicht.

Denn wenn wir unser Verhalten nicht ändern,
werden wir immer wieder nur dieselben grausamen Resultate bekommen,
gefangen in einem Karussell immer wiederkehrender Ungerechtigkeiten,
gefangen in der Zerstörung unserer Zukunft und gefangen in der Vernichtung
der Lebensgrundlagen der nachfolgenden Generationen auf dieser Erde.

Und selbst die reichen Industrienationen der westlichen Welt werden letztendlich zwangsläufig untergehen,
wenn wir so weiter machen, wie bisher.

Mein Appell an Alle und jeden Einzelnen von Euch:

Ändern wir unser Verhalten, handeln wir alle gemeinsam, gleichzeitig solidarisch vereint.

als Protest gegen ein Systems, dessen Folge die Ausbeutung von Mensch, Tier, Umwelt und Natur ist und
dessen Folge die Vernichtung der Lebensgrundlagen ganzer Völker und Generationen ist – rücksichtslos und skrupellos.

Gehen wir alle zur nächsten Wahl.

Machen wir unsere Wahl-Stimme ungültig,
damit in den Köpfen der Mächtigen ein Umdenken provoziert, initiiert und veranlasst wird – zur Rettung dieser Welt,

als Zeichen dafür, dass wir die Welt zum Positiven ändern wollen und müssen – für alle Menschen,

als Zeichen dafür, dass wir die Entmachtung der Macht des Geldes und die Entmachtung der Profitgier wollen.

Es ist die Zeit gekommen, zu handeln.

Wenn wir alle – gemeinsam – zur gleichen Zeit – solidarisch handeln und dieses Zeichen setzen in Form der ungültigen Wahlstimmen,
dann wird sich die Welt verändern – hoffentlich zum Positiven. Denn:

Eines ist sicher!

Wenn wir nichts tun,
wird sich nichts ändern,

wenn wir nichts tun,
wird sich alles immer wieder wiederholen,

wenn wir nichts tun,
werden noch größere Katastrophen folgen,

wenn wir nichts tun, wird diese Welt untergehen, vielleicht nicht in unserem Leben, aber in dem Leben unserer Kinder und Kindeskinder.

Die Abgabe der ungültigen Wahlstimme soll der Welt zeigen,
dass es so nicht weitergehen kann,
dass wir über die besten Lösungskonzepte von Fachexperten zu den Problemen dieser Gesellschaft und dieser Welt abstimmen möchten und wollen,
dass wir nicht mehr unfähige, heuchlerische, unehrliche Politiker und Parteien wählen wollen,
die das Volk und die Wähler wissentlich und absichtlich, immer wieder aufs Neue, belügen,
die machtgierig, machthungrig und geltungssüchtig im Allmachtsrausch gefangen und den Lobbyisten verfallen sind.

Wenn diese unfassbare Tragödie, wenn dieses unsägliche Trauma in Duisburg am 24.07.2010 bewirkt,
dass wir alle innehalten und die Menschen dazu bewegen, alles dafür zu tun,
dass wir in einer besseren Welt leben können werden, vereint in Liebe und im Frieden – für alle,

wenn diese Katastrophe, die Geburtsstunde, die Initialzündung für eine neue Ära der Menschlichkeit,

wenn dieses so leicht vermeidbar gewesene Drama der Anfang einer neuen, humaneren Weltordnung ist und wird,
dann war und ist der Tod dieser 21 Menschen nicht umsonst gewesen.

Wenn diese grausame, unfassbare, unbegreifliche Tragödie zum Aufbruch in eine menschlichere Weltgemeinschaft führt,
dann sind diese lebensfrohen jungen 21 Menschen, die das ganze Leben noch vor sich hatten, nicht vergeblich gestorben.

Dafür bete ich.

Es liegt an uns und an jedem einzelnen von uns. Wir haben es ganz allein in der Hand, jeder Einzelne von uns.

Verbreitet diese Botschaft, damit 21 Menschen nicht vergeblich gestorben sind.

Nichts geschieht – außer man tut es.

Dr. E. Hoffnung in OWL-NRW-BRD : 01793705289

Die Zeit ist gekommen, zu handeln.

Reply
Thomas

Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt unbeliebt zu machen, muss ich doch mal ein paar Dinge loswerden:

Ich befand mich mit meiner besseren Hälfte am Tag der Loveparade mit dem Zug auf dem Weg von Köln nach Emden und konnte u.a. in Rheine das Verhalten einiger Besucher, die sich auf dem Weg nach Duisburg befanden, sozusagen am lebenden Objekt studieren. Einige dieser Leute waren bereits früh am Morgen derartig zu, dass ich mich gefragt habe, wie die es überhaupt schaffen, ihre Anreise nach Duisburg zu koordinieren.
Und auf nahezu allen Bahnsteigen, die ich an diesem Tag passierte, dominierte ein Bild: Techno-Jünger, die sich ohne Rücksicht auf Verluste in die Züge drängelten. Da wurde auch mal eben eine Mutter mit Kinderwagen beiseite gedrängt und fast überrannt.

Mit diesen Bildern im Hinterkopf muss man zwangsläufig die Ereignisse an jenem Tag differenzierter betrachten und natürlich auch die berechtigte Frage stellen, ob nicht auch zumindest eine Teilschuld bei einem Teil der Besucher zu suchen ist.

Es steht natürlich völlig ausser Frage, dass Veranstalter und Behörden für die Sicherheit einer solche Veranstaltung zu sorgen haben und hierfür auch primär verantwortlich sind. Aber das entschuldigt dadurch nicht das teilweise indiskutable und rücksichtslose Verhalten eines nicht unerheblichen Teils der Besucher, wie man es inzwischen auch in einigen Privatvideos auf Youtube dokumentiert findet. Diese Videos zeichnen eben das Bild, welches ich schon bei der Anreise der Teilnehmer beobachten konnte: junge Menschen, die nur Party im Kopf haben und dabei nur an sich selber denken.

Und mit dieser Einstellung muss es selbst bei bester Planung zu Zwischenfällen kommen, da hier schlicht die Vernunft dem Egoismus weicht.

Ich will mit diesen Ausführungen in keinster Weise die Verantwortlichen von ihren Verfehlungen entlasten. Ich möchte nur klarstellen, dass zu einem solchen Unglück mehr gehört, als nur schlechte Planung und Durchführung seitens der Veranstalter.
Aber es ist ja immer leichter, die Verantwortung auf Behörden und Veranstalter zu schieben, anstatt vielleicht sein eigenes Verhalten zu hinterfragen.

Und zum Schluss noch eine Frage, die sich mir aufdrängt:
Zu Beginn der Neunziger gab es viele auch sehr große Demos und Veranstaltungen gegen Rechts. Dabei drängten sich teilweise tausende von Leuten durch enge Straßen. Warum kam es dort nicht zu dramatischen Unglücken?

Die Antwort darauf überlasse ich jedem selbst und schließe damit, dass es bei einem solchen Unglück wie dem in Duisburg eben nicht nur Schwarz und Weiß, Schuld und Unschuld gibt, sondern eben viele Facetten Graus dazwischen. Bei so einem Unglück spielen auch menschliche Faktoren wie das Verhalten der Teilnehmer einer Rolle, ob sie das nun hören wollen, oder nicht.

Reply
Onassis

Das ist wirklich brutal! So etwas wünscht man nicht mal seinen Feinden!

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