LaberPlanet vs. RockBlog – Gottes Werk und Megaherz Beitrag

MegaherzGottes Werk und Megaherz Beitrag

Damians Tintenher(t)z:
Megaherz
Das her(t)zliche Interview zur „Götterdämmerung“
Damian mit Sänger und Songwriter Lex Wohnhaas der Band Megaherz zum neuen Album „Götterdämmerung“ im Gespräch.

Es ist soweit.
Die Götter stehen in den Startlöchern um mit dem 7. Album, passenderweise „Götterdämmerung“ genannt, der Fangemeinde ordentlich einzuheizen und ein neues Kapitel in der Bandgeschichte von Megaherz aufzuschlagen. 3 ½ Jahre lang haben uns die Mannen um Lex Wohnhaas einen fetten Tritt in den Allerwertesten gegeben und gezeigt, wo „heuchlerisch“ der Hammer hängt. Ab 20. Januar ist nun endlich das neue Studioalbum „Götterdämmerung“ zu bekommen.
Laberpla.net hat seine Chance genutzt und Frontmann Lex, kurz vorm lang herbeigesehnten Erscheinen des neuen Albums, noch einige göttliche Antworten zu entlocken.

Damian:
Hallo Lex und „Grüß Gott“ wie ja der Bayer zu sagen pflegt.
Eigentlich ist der Tag der 3 heiligen Könige eben erst gewesen. Scheinbar habt aber Ihr von Megaherz dieses Jahr da ja doch ein Wörtchen mitzureden. Sollte man dann nicht besser den 20. Januar 2012 zum Feiertag ernennen?

Lex:
Hallo Damian, für manchen Fan mag dies so sein und das freut uns, aber ganz so ´götterlästernd´ sind wir dann doch nicht. Trotzdem wird das Ereignis gebührend gefeiert. Hoffentlich auch mit einem entsprechenden Chartentry, aber da sind wir ganz guter Dinge.

Damian:
So wie man es von Euch gewohnt ist, nehmt Ihr kein Blatt vor dem Mund und verkündet der Fangemeinde mal eben zum Start des Jahres eine „Götterdämmerung“. Was hat es mit dem Titel zu Eurem 7. Album auf sich?

Lex:Lex
In „Götterdämmerung“ kann man viel hineindeuten. Zum einen markiert es das Ende von etwas Altem und der Beginn von neuen Dingen. Ich denke, wir erleben zurzeit eine solche Zeitenwende. Seien es die Katastrophen und Krisen des vergangenen Jahres und die Herausforderungen und möglichen Veränderungen in diesem Jahr.
Für uns persönlich bedeutet „Götterdämmerung“ Aufbruch, neue Herausforderungen annehmen und alte Gedanken, Unmut und sonstigen Kram hinter sich lassen. Wir sind auch beim Songwriting und bei der Produktion viele neue Wege gegangen. So steht vieles bei diesem Album für Neues, für Veränderung, für einen Neubeginn.

Damian:
Man bleibt also zumindest Namenstechnisch ein wenig kirchlich. 2010 habt Ihr uns ja schon einmal die passenden „Loblieder“ (Megaherz -Remixed-) zur Verfügung gestellt. Was bleibt Dir an der Arbeit zu dem Album, in dem ja Eure Songs von anderen Bands „remixed“ wurden, besonders in Erinnerung und wie war die Zusammenarbeit dabei mit den Kollegen überhaupt? Macht einen das nicht auch selber irgendwo stolz, wenn man seine Songs mal so ganz anders von derart namhaften Gruppen interpretiert hört und gibt es eine Band, über dessen Beteiligung Du Dich besonders gefreut hast?

Lex:
Die Arbeit an „Loblieder“ war ein Experiment, das wir alle in der Band wagen wollten. Es war die einzigartige Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern und auch mal über den Tellerrand zu schauen. Zu hören, wie andere, geschätzte Künstler die eigenen Songs interpretieren, was sie denn anders machen und wie sie an die Songs herangehen, war unheimlich spannend und hat uns glaube ich auch für die Produktion an „Götterdämmerung“ viel gebracht. Die Zusammenarbeit mit den Künstlern war durchweg konstruktiv und freundschaftlich. Viele der Künstler kannten wir ja auch schon privat zuvor.

Damian:
Nun seit Ihr zurück und wahrscheinlich kannst Du als Megaherz-Frontmann die letzten Tage kaum noch abwarten, bis es los geht und Ihr endlich auch ein Feedback der Fans bekommt.
Wenn Du mit wenigen Worten das neue Album beschreiben müsstest, wie würdest Du das Deiner Meinung nach am Besten und Treffendsten tun? Was erwartet die Megaherz-Gemeinde mit „Götterdämmerung“?

Lex:
„Götterdämmerung“ ist meiner Meinung nach eine volle Breitseite mitten ins Herz der Fans, denn es verbindet die bisherigen Stärken von uns mit völlig neuen Tugenden. Eingängige, melodiöse Refrains, die sofort ins Ohr gehen und zum Mitsingen animieren und dennoch von niederschmetternden Gitarrenriffs begleitet werden. Der Sound auf dem Album ist so dicht wie noch in keiner Produktion zuvor. Wir haben extra für dieses Album ein eigenes Tonstudio gebaut, damit wir beim Songwriting, Recorden und Abmischen des Albums völlig unabhängig unseren Sound kreieren können.

Damian:laberplanet vs rockblog
Was war die Inspiration zum neuen Album? Was hat Euch angetrieben?

Lex:
Musikalisch war der Anspruch die Stärken aus dem Heuchler-Album mit neuen, melodiösen Lines zu verbinden. Inhaltlich gab es viel, dass es wie immer aufzuarbeiten galt. Aber auch der Humor durfte diesmal wieder megaherzlich zuschlagen. So darf man nicht jede Zeile todernst nehmen. Manchmal ist es auch besser über gewisse Themen einfach zu lachen, anstatt sie niederzuschreien. Aber auch auf „Götterdämmerung“ heißt die Devise: es muss rocken! Zwickt dich irgendwas, dann lass es raus und wir bieten den perfekten Soundtrack dazu.

Damian:
Mit der bereits erhältlichen ausgekoppelten Single „Jagdzeit“ habt Ihr ja nun schon mal eine Richtung vorgegeben. Schön zu sehen oder besser zu Hören ist hier das wirklich fette Soundbrett. Die Gitarren rammen ins Ohr, fesseln einen von der ersten Sekunde des Songs an und lassen danach nicht mehr los. Unendlich packend und intensiv. Man hat das Gefühl, dass Ihr versucht habt, noch einmal eine ganze Schüppe drauf zu legen. Trotzdem fühlt sich der Fan direkt wohl und zu Hause, denn unverkennbar liegt über allem deine Stimme und der „typische“ Megaherz-Sound. War das von Anfang an einer der Ansprüche ans neue Album oder hat sich das erst während der Entwicklung, der Aufnahmen und der Proben zu „Götterdämmerung“ so ergeben? Ist das überhaupt der Sound des Albums? Hat „Götterdämmerung“ so etwas wie einen typischen Sound?

Lex:
Wie bereits erwähnt, haben wir extra für dieses Album (und natürlich für die kommenden Werke) ein eigenes Tonstudio aufgebaut, die Herzwerk-Studios. Nur so konnten wir uns so konzentriert und ohne irgendwelche Zeitlimits dem sehr dichten Sound des Albums widmen. Besonders der Gitarrensound schlägt einem ins Gesicht und X-ti könnte dir darüber wahrscheinlich einen stundenlangen Monolog erzählen. Diesmal ist die Mischung aus Gitarren, Sounds, Samples und Stimme nahezu perfekt. Ich bin absolut begeistert davon (und ich bin normalerweise super kritisch bei solchen Dingen). Der Sound auf dem Album ist das volle Brett! Opulent, bombastisch, druckvoll und gefühlvoll. Es ist alles dabei!

Damian:
Was bedeutet Dir persönlich der Fankontakt und das dementsprechende Feedback zum neuen Album?

Lex:
Sehr viel. Deshalb kann ich es ja auch kaum abwarten, bis wir wieder auf Tour sind. Die lange Zeit im Studio hat unsere Akkus ganz schön ausgesaugt. Wir brauchen dringend frische Energie, und die können uns nur unsere Fans geben!

Damian:
Gerade von Dir weiß ich ja, das Du einen sehr engen und wirklich nahen Fan-Kontakt pflegst. So findet man Dich regelmässig auch bei Facebook, wo Du Dich stets offen und freundschaftlich mit den Leuten unterhälst. Siehst Du für Dich also in Facebook eher eine moderne Möglichkeit stets greifbar zu sein oder auch ein wenig als Fluch der Gesellschaft und leider notwendigen Zwang für einen Musiker?

MegaherzLex:
Es ist beides. Ich steh auf, geh an den PC und FB ist schon bei mir^^. Da geht sehr viel Zeit drauf und man schaut auf die Uhr und denkt „Au Backe, du wolltest doch noch soooo viel erledigen^^“, aber es ist auch erstaunlich, wie nah man bei den Fans sein kann und bekommt so auch viel unmittelbarer mit, wo man mit seiner Musik steht und wie es bei den Leuten ankommt. So haben wir jetzt über FB eine Seite „Megaherz Feldjäger“ aufgemacht, über die man in die dazugehörige Gruppe kommen kann. Das ist eine engagierte Truppe von Fans, die uns unglaublich mit allen möglichen Aktionen unterstützen. Das ist schon beeindruckend, so nah an den Fans zu sein und zu sehen, wie viel man ihnen mit unserer Musik gibt.

Damian:
Kommen wir nochmal zum Album und der damit verbundenen Live-Tour zurück.
Dir als „Vollblut-Rampensau“ juckt es doch wahrscheinlich schon überall im Körper, wenn es darum geht dem Publikum das Album live zu präsentieren. Obwohl Ihr ja eine Support-Tour mit Subway to Sally gerade erst hinter Euch habt, kann Megaherz das doch bestimmt kaum abwarten und will wieder, so schnell es geht, auf die Bühnen-Bretter dieser Welt. Wie war denn die Zusammenarbeit mit Subway und wie hat das Publikum Euch als Support aufgenommen?

Lex:
Das kannst du laut sagen^^. Die Tour mit STS war das richtige Warm Up, aber jetzt geht’s natürlich richtig los. Wir haben ganze 7 Songs aus dem neuen Album im Programm und am schlimmsten war die Entscheidung, welche Lieder aus „Götterdämmerung“ spielen wir und welche nicht :) So gesehen wird es spannend sein, wie die Fans auf die neuen Songs reagieren, die sie z.B. beim Tourstart in Bochum noch nicht einmal kennen, da die Scheibe ja erst einen Tag später erscheint. Aber ich mach mir da keine Sorgen, denn gerade die Tour mit STS hat gezeigt, wie gut die neuen Songs auch beim Publikum einer anderen Band ankommen. Wenn selbst die Crowd von STS zu Jagdzeit und Heute Nacht mitmacht und abrockt, dann ist mir vor unseren Fans nicht bange. Die Zusammenarbeit mit STS war übrigens vorbildlich. Wir haben uns auf der Tour rundum wohl gefühlt und wollen hiermit Subway noch mal megaherzlich dafür danken!

Damian:
Gibt es Rituale die Megaherz vor einem Auftritt hat?

Lex:
Zur Heuchler-Tour haben wir immer „Psycho-Social“ von Slippknot angehört, um uns gegenseitig anzufeuern. Mal sehen, welcher Song es während dieser Tour wird ;)

Damian:
Wie würdest Du denn Euch und Eure Musik jemanden beschreiben, der Megaherz noch nicht kennt?

Lex:
Das ist eine schwierige Frage. Frag ich mich eigentlich auch ständig. NDH sagt jemanden, der mit dieser Musik nix zu tun hat, relativ wenig.
Ich sage immer, wir machen deutschsprachige Rockmusik mit Gefühl und der nötigen Härte. Aber am besten, man hört es sich einfach an.

Damian:
Wie siehst Du im Moment den Zusammenhalt in der Band? Seht Ihr Euch als eine Familie? Verbringt Ihr auch eventuell Freizeit zusammen oder ist man, nach so vielen gemeinsamen Tagen auf Tour und auch im Studio froh, wenn man mal für sich ist?

Lex:
Ich glaube, der Zusammenhalt war noch nie so gut wie im Moment. Gerade die Zusammenarbeit am neuen Album hat uns noch mehr zusammengeschweißt, denn anders als beim „Heuchler“, haben X-ti und ich diesmal auch die ganze Band beim Songwriting in die Pflicht genommen. So haben alle an den Songs auf die ein oder andere Weise mitgewirkt. Selbst unser jüngstes Mitglied Chris Klinke, der ja erst seit knapp einem Jahr dabei ist.

Damian:
Wenn Du Freizeit hast, wie verbringst Du sie am liebsten?

Lex:
Wenn ich mal Freizeit hätte, würde ich ganz gern mal wieder weit, weit, weit weg fliegen und mal einen Moment nicht an Megaherz denken. Werde ich wohl auch nach der Tour mal tun. Ansonsten das, was wohl jeder gern tut, mit Freunden einen trinken gehen und nicht vor dem PC versumpfen.

Damian:
Wo soll der Weg hinführen? Was ist dein persönliches Ziel und wo siehst du Megaherz in 5 Jahren?

Lex:Lex
Einfach kontinuierlich so weiter wie bisher, dann ist mit dieser Band alles möglich. Schließlich haben wir alles, was man für einen Erfolg braucht. Eine gute Crew, auf die wir uns verlassen können, ein eigenes Tonstudio, den besten Rockproduzent Deutschlands (X-ti) ;) , und die richtigen Lieder. Was soll uns da noch aufhalten? *Augenzwinker*

Damian:
Schwer zu beantworten, aber bei einem solch geradlinigen Typen wie Dich stelle ich die Frage besonders gerne:
Wenn Lex morgen König von Deutschland wäre, was würde er verändern?

Lex:
Ich würde mal gern die Stimmung in den Köpfen ändern. Hier wird mir alles viel zu schlecht geredet. Für den Deutschen scheint das Glas immer halb leer statt halb voll zu sein. Jeder von uns hat mit Rückschlägen zu kämpfen, doch ich lasse mich davon nicht runterziehen und blicke nach vorn. Wenn mehrere so denken würden, dann würden viele Probleme auch angepackt werden anstatt nur darüber zu reden. Ein dickeres Fell täte uns allen auch mal ganz gut. Und ganz nebenbei würde ich den Beruf „Politiker“ abschaffen und in eine Berufung ändern. Denn bei unseren Herrn „Politikern“ geht es schon lang nicht mehr um Visionen sondern um Positionen. Das konterkariert unsere Demokratie und führt zu bedenklichen Tendenzen.

Damian:
Was möchtest Du Euren Fans da draußen noch mit auf den Weg geben?

Lex:
Ich wünsche allen ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2012 und uns allen kein Ende am 21. Dezember ;)

laberplanet vs rockblog
Damian:
Vielen her(t)zlichen Dank für Deine Zeit und die spannenden und aufschlussreichen Antworten. Wir sind gespannt, wie das neue Album einschlagen wird und freuen uns schon jetzt auf die nächsten Live-Termine von Dir und Megaherz.
Viel Erfolg mit „Götterdämmerung“ und alles Gute auch für Deinen beruflichen und privaten Weg im neuen Jahr.

Bericht & Interview: Damian

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