LaberPlanet vs. RockBlog – Frei.Wild – Enschede brennt

Wie Wellen auf hoher See wogen die nackten, verschwitzten Männeroberkörper vor der Bühne und stemmen gelegentlich glückliche und mutige Menschen über ihre Köpfe. Es riecht nach Männerschweiß mit einen leichten Biergeruch. Holland brennt unübersehbar.

Den Anfang an diesem Abend machen BRDigung, die anhand der erhitzten Gesichter für ordentlich Stimmung gesorgt haben müssen. Durch die Massenkarambolage auf der A31 bei Gronau und dem absoluten Stillstand auf dem Seitenstreifen der Autobahn, um die Rettungskräfte nicht zu behindern, habe ich diesen Auftritt leider, aber dafür bei bester Gesundheit, verpasst.

http://www.brdigung.com/

Video zur kostenlosen Downloadsingle Feuer & Eis:

Der Saal verdunkelt sich. Lediglich vier Säulen mit je einem Buchstaben (N, W, S und O) auf der Bühne versprühen schummriges Licht. Im Dunkeln und mit einem Intro untermalt suchen die drei Musiker ihre Instrumente auf. Mit dem ersten Schlag auf das Drumset setzt die Lichtshow ein und Sänger Nord stürmt auf die Bühne. Keine Atempause für das dicht zusammengedrängte Publikum. Mit „Man muss nicht sterben um in der Hölle zu sein“ geben die vier von Hämatom direkt Vollgas und alle Köpfe bangen. Mit Sänger Nord wäre nun auch schon eine Lichtsäule erklärt, die anderen stehen für Gitarrist Ost, Schlagzeuger Süd und Bassist West. Bei Hämatom soll der Fokus auf die Musik sowie die Texte gelegt werden und so entschied man sich bei Gründung der Band auf reale Namen zu verzichten. Mit ihrem dritten Studioalbum „Wenn man vom Teufel spricht“ schafften Hämatom nun auch ihre erste Chart Platzierung (Platz 60). Mit einem gelungenen Mix aus alten und neuen Songs wie „Eva“, „Schau sie spielen Krieg“ , „Circus Maximus“ und „Sturm“ lassen sie bereits vorhandene Schweißflecken größer werden. Etwas ruhiger wird es lediglich beim Song „Totgesagt doch neu geboren – Teil 2“ den Hämatom aber ruhig mit Unterstützung von Philipp Burger zum Besten hätten geben können, wie auch auf der CD. Abschließend kann Nord begleitend mit dem Chor aus dem Publikum und ausgestrecktem Mittelfinger nur noch „Leck mich“ brüllen.


http://www.haematom.de/

Tour Report von Hämatom:

Bereits früh ertönen die ersten vorfreudigen Gesänge im Publikum. „Werden wir, du wirst seh’n… wieder Weltmeister, Weltmeister sein!“ hallt es durch den Saal. Dieser stammt jedoch nicht von Frei.Wild, aber von der größten Deutschrock-Band bisher und diesen Vergleich geht man sicherlich gerne ein. Doch zum einsetzenden Intro fangen die Massen an sich Wellen gleich zu bewegen, die Fäuste gen Himmel zu strecken und wie aus einem Mund erklingen „Frei.Wild – Frei.Wild“ Rufe. Unter tosendem Beifall betreten die Musiker die Bühne und ihr erster Song „Hoch hinaus“ unterstreicht auch ihr Motto des Abends – Holland brennt. Keine Erholungspause für die dicht vor der Bühne zusammengepressten Leute, mit dem Song „Frei.Wild“ geraten alle in Wallung. Köpfe bangen, springende und pogende Menschen überall und ganz Holland singt im Chor „ja wir sind frei und wild, wir sind Frei.Wild“. Auch die nächsten Songs lassen die Stimmung, auch durch gekonnte Kommentare von Sänger Philipp Burger, nicht abreißen. Und so fliegen bereits früh einige Männershirts von ihrem Besitzer. Der etwas ruhigere Song „die Zeit vergeht“ wird mit viel Licht aus dem Feuerzeug und akustischer Gitarre begleitet. Verschmitzt schaut Philipp Burger von der Bühne auf die Massen. Anders als auf der Setliste möchte er den Song „Schwarz & Weiß“ zum besten geben und lädt hierzu gleich mal zehn Freiwillige auf die Bühne ein, um ihn gesanglich zu unterstützen. Gefühlt stapeln sich die Menschen in den ersten Reihen, um zu ihren Idolen nach oben zu gelangen. Dicht gedrängt um die Mikrofone trällern die Glücklichen nun die Songzeilen durch die Boxen, um sich kurz drauf glückselig vom Händemeer tragen zu lassen. Gekonnt peitschen die Musiker aus Südtirol ihre textsicheren Fans durch das Set und viel zu schnell werden die letzten Lieder „das Land der Vollidioten“ und „ Feuer, Erde, Wasser, Luft“ angekündigt.
Aber Holland brennt und schreit die Musiker zurück auf die Bühne. Dankbar nehmen diese ihre Instrumente wieder auf und laden mit „Sieger stehen da auf wo Verlierer liegen bleiben“ zur Zugabe. Wieder mit akustischer Gitarre hockt Philipp Burger auf einem Barhocker und singt unterstützt von der verschwitzten Masse „Weil du mich nur verarscht hast“. Mit „Halt deine Schnauze“ und „Alkohol“ entlassen Frei.Wild verschwitzte, heisere und glückliche Menschen in die Nacht. Holland brennt – Mission erfüllt!


Setliste Frei.Wild:

Hoch hinaus
Frei.Wild
Arschtritt
Allein nach vorne
Südtirol
Niemandlaberplanet vs rockblog
Die Zeit vergeht
Irgendwer
Wie oft
Weiter immer weiter
Weil du mich nur verarscht hast
Immer nur nach vorne
Unser Wille, unser Weg
Das Land der Vollidioten
Feuer, Erde, Wasser, Luft

Sieger stehen da auf wo Verlierer liegen bleiben
Mehr als tausend Worte
Halt deine Schnauze
Alkohol

Bericht & Fotos: Dani

PS: ‘Danke’ Button nicht vergessen ;)

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