LaberPlanet vs. RockBlog – Autumn Ball 2011

Autumn Ball 2011

Überwältigt kniet Holly Loose, seines Zeichens Sänger der Band
Letzte Instanz, auf der Bühne. Der Grund? Die Besucher des Autumn Ball im FZW in Dortmund, die aus voller Kehle den Refrain des Liedes
„Schlaf, schlaf“ mitsingen und mit den erhobenen Händen die Initialen des Bandnamens formen.

Doch begonnen hat dieser denkwürdige Abend eigentlich mit der Band Staubkind, das Projekt des Terminal-Choice-Gitarristen Louis Manke. Trotz der noch nicht ganz gefüllten Halle legen die vier Musiker direkt ordentlich los und schon beim zweiten Song lässt das Publikum sich von Louis tiefer Stimme und den melancholischen Texten mitreißen. Kaum eine Hand bleibt unten und auch die Songs, die erst auf dem neuen Album der Band erscheinen, werden von der Menge gut aufgenommen. Während einer Ansage appelliert Louis an sein Publikum, den Alltag einfach zu vergessen und den Abend zu feiern – und gerne wird dieser Anweisung Folge geleistet.
Doch beim Staubkind-Hit „Dein Engel schweigt“ reichen den Musikern nicht nur im Takt wippende Hände und Köpfe, nein, jetzt wird zum mitsingen aufgefordert! So beweisen die Dortmunder zum ersten Mal an diesem Abend, dass sie nicht nur feiern können, sondern auch einen grandiosen Chor abgeben und spätestens beim nächsten Stück, „Ein Traum, der nie vergeht“, steht niemand mehr still.
Nachdem die letzten Töne verklungen sind, wird verkündet, dass die Band später noch für eine ausgiebige Autogrammstunde zur Verfügung stehen wird, und dann verlassen Staubkind unter lautem Jubel endgültig die Bühne.


Nach einer kurzen Umbaupause erklingen plötzlich die ersten Töne Tschaikowskys Stück „Tanz der Zuckerfee“ aus dem Ballett „Der Nussknacker“. Nicht wenige verwunderte Blicke richten sich auf die Bühne, auf der ein junger Mann im schwarzen Gehrock stumm und bloß mit beschrifteten Tafeln um Applaus bittet. Das Publikum kommt dieser Aufforderung nur zu gerne nach, denn nun betritt die wohl skurrilste Formation des Abends die Bretter: Die Herren von Coppelius.
Die Halle füllt sich und die sechs Musiker stimmen unter lautem Jubel ihr erstes Stück an. Sofort gehen die Hände zu der ungewohnten Mischung aus Schlagzeug, Cello, Klarinette, Kontrabass und Gesang in die Höhe. Während Max Copella den Gesang beim ersten Song übernimmt, sorgt Butler Bastille im Hintergrund für Unterhaltung, indem er die verschiedenen Instrumente abstaubt und fleißig, wie es sich für einen Butler eben gehört, die von den Köpfen gefallenen Zylinder wieder zu den Besitzern bringt.
Bei Coppelius steht neben der Musik auch eine gelungene Show im Vordergrund, dies wird dem Betrachter sehr schnell klar. So liefert das Sextett eine durchgehende schauspielerische, gewollt komische Untermalung ab, die dem geneigten Publikum so einige Lacher entlockt.
Nach mehreren temporeichen Songs, die teilweise sogar kleine Moshpits auslösen, ist die Temperatur im FZW schon um einiges angestiegen, doch den Musikern ist wohl noch nicht warm genug, denn während des Songs „Gumbagubanga“ verschwindet Bastille plötzlich im Publikum und bringt die Menge zum springen.
Als irgendwann schließlich dann doch das letzte Stück verklingt und die Bühne leer wird, erklingen sofort lautstarke Forderungen nach Zugaben und die sechs Herren lassen sich nicht lang bitten.
Ruhige Töne erklingen, das Publikum wird aufgefordert, sich niederzulassen und bis auf wenige Ausnahmen sitzen bald alle Zuhörer auf dem schon reichlich mit leeren Bechern vollgestellten Boden des FZW. Alle Augen sind auf die Bühne gerichtet, während diesmal Bastille den Gesang übernimmt und die Ballade „Ade mein Lieb“ vorträgt. Andächtiges Schweigen herrscht im Saal, bis Instrumente und Stimme verstummen und lauter Applaus aufbrandet, der Coppelius nun unwiderruflich verabschiedet.

Eine kurze Pause für das Publikum, wieder etwas abzukühlen, dann stürmen schon die Mittelalterrocker von Tanzwut die Bühne und sorgen für eine ordentlich gefüllte Halle. Laut werden die Sieben gleich vom ersten Song an bejubelt, der schon auf eine deutliche Steigerung des Härtegrades der Musik schließen lässt. Frontmann Teufel lässt die Menge kaum zur Ruhe kommen, immer wieder wird zum Mitklatschen, Springen und Mitsingen aufgefordert, sodass der ein oder andere schon bald nass geschwitzt vor der Bühne steht. Neben vom Publikum gefeierten Klassikern wie „Ihr wolltet Spaß“ werden auch einige Songs des brandneuen Albums „Weiße Nächte“ präsentiert, wie beispielsweise das rockige „Rückgratreißer“.
Passend zum atmosphärischen „Meer“ wird Teufels Wunsch nach einem Händemeer ihm praktisch von den Augen abgelesen – jeder im Raum erhebt die Hände und klatscht kräftig im Takt mit.
Ein „Merseburger Zauberspruch“ soll schließlich auch den Letzten in der Menge zum Bewegen animieren, doch dafür ist eigentlich keine Zauberei von Nöten, denn Tanzwuts Anhänger feiern ihre Spielmänner ohnehin schon lautstark und voller Begeisterung.
Als die Temperatur im FZW irgendwann ihr bisheriges Maximum erreicht hat, verabschieden Tanzwut sich schließlich und lassen ein mehr als gut aufgeheiztes Publikum für die Letzte Instanz zurück.

Nach einer kurzen Wartezeit ist es dann endlich soweit: Durch ein mystisch anmutendes Intro begleitet begeben sich die Headliner des Abends auf die Bühne, die Musiker von Letzte Instanz. Die Halle ist so voll wie noch nie in dieser Nacht und ein jeder erhebt sofort die Hände um die sieben Herren würdig Willkommen zu heißen.
Mit „Dein Gott“ wird anschließend der Startschuss für das längste Konzert des Autumn Balls gegeben und Sänger Holly Loose hat das Publikum von der ersten Minute an komplett in der Hand. Die einen klatschen ausdauernd im Takt, die anderen formen mit erhobenen Händen die Buchstaben „L“ und „I“. Mit „Neue Helden“ und „Atme!“ werden zunächst zwei Songs des aktuellen Albums „Heilig“ dargeboten, doch auch älteren Stücken wie „Maskenball“ oder „Mein Todestag“ wird die Ehre gegeben.
Zu „Dein Licht“ versucht der charismatische Frontmann sich schließlich an einem selbsternannten Zaubertrick: Holly leuchtet mit einer Taschenlampe ins Publikum und dort, wo der Lichtstrahl hinfällt, soll die Menge zurückleuchten, sei es nun klassisch mit dem Feuerzeug oder einfach per Handy. Ganz glückt dieser Trick jedoch nicht – das Publikum hält kurzerhand dauerhaft die jeweilige Lichtquelle in die Höhe, doch dies dürfte die Band nicht wirklich stören.
Nachdem Cellist Benni Cellini bei einem ausgedehnten Solo sein Können unter Beweis stellen konnte, folgt der bisherige Höhepunkt des Abends: Der nicht enden wollende Chor zu „Schlaf, schlaf“, der Holly stumm vor seinen Zuhörern niederknien lässt.
Angespornt durch die Begeisterung der Menge geben Letzte Instanz bei jedem Song alles und die Spielfreude ist den sieben Herren deutlich anzumerken. Passend zum Refrain des Stückes „Der letzte Tag“ wird es sportlich, denn angeführt von Hollys Stimme kniet das Publikum nieder, nur um wenige Sekunden später wieder aufzuspringen.
Als die Musiker irgendwann von der Bühne verschwinden, nimmt das enthusiastische Publikum dies natürlich nicht einfach so hin. Nur wenige, laute „Zugabe“-Rufe sind von Nöten und schon haben die Sieben wieder ihr jeweiliges Instrument in der Hand und legen erneut los. Ein Mix aus „Finsternis“ und „The final Countdown“ wird zum Besten gegeben, darauf folgt „Rapunzel“, welches anschließend in „Fight for your Right to party“ übergeht. Hierbei lässt Benni Cellini es sich nicht nehmen, dem jubelnden Publikum per Stagediving einen Besuch abzustatten.
Sowohl Band als auch Fans sind mittlerweile völlig außer Atem, doch gehen lassen will niemand die Letzte Instanz. So wird schließlich noch der Hit „Wir sind allein“ präsentiert und als danach immer noch Forderungen nach einer weiteren Zugabe erklingen, lassen sich sieben strahlende Musiker noch zu „Winterträne“ erweichen, doch dann verkündet Sänger Holly recht atemlos, doch sichtlich glücklich und unter lautem Beifall und Jubel das Ende der Show der Letzten Instanz und somit auch den Abschluss des Autumn Balls.

Artikel by Marie Scheffler für LaberPlanet vs. RockBlog \../

PS: ‘Danke’ Button nicht vergessen ;)

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4 Responses to “LaberPlanet vs. RockBlog – Autumn Ball 2011”

  1. Schmuddel schrieb:

    Heya!
    Also erst einmal ein fettes DANKESCHÖN an Marie, die mit diesem Bericht meiner Meinung nach einen spitzenmäßigen Einstieg hier auf dem LaberPlanet gemacht hat!
    Ich freue mich schon darauf, mehr von dir zu lesen \../
    Rockige Grüße
    Schmuddel

    PS: Auch Dani’s Bilder wie immer – allererste Sahne ;)

  2. Dani schrieb:

    Besonderer Dank von meiner Seite an Marie, die mich begleitet hat… DANKE (und ich weiß, jetzt rollt sie mit den Augen)

  3. Marie schrieb:

    Nana, ein großes Dankeschön an euch beide zurück!
    Und Dani, deine Bilder sind toll geworden!

  4. ben_uez schrieb:

    So, dann melde ich mich als “Außenstehender” mal zu Wort, dann müsst ihr euch euer wohlverdientes Lob nicht untereinander zuschieben;-)

    First of all, wieder sehr gelungene Bilder, sehr geil Dani!

    Und dann muss ich zustimmen, dass Marie mit diesem Artikel definitiv einen gelungenen Einstand hier feiern kann!
    Weiter so!

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