LaberPlanet vs. RockBlog – 1. UNART – Festival 2011

1.Unart-Festival 2011

Vor uns liegt ein langer Tag im FZW in Dortmund. Bereits um 14 Uhr öffnet das FZW seine Tore. Viele sind dem Aufruf des Veranstalters gefolgt und erscheinen pünktlich, denn als kleines Dankeschön gab es gratis den Unart-Festival-Sampler für Besucher der ersten 30 Minuten. Besonders erwähnenswert ist, dass man vom ganzen Unart-Team herzlich in Empfang genommen wurde, welches ja nicht unbedingt klein ist. Viele bekannte Gesichter lächeln einen an.

Aus der Nachbarstadt Bochum eröffnen Sadurbia nun das Festival. Die Dark Electro Pop Band wurde im Jahr 2006 gegründet und verwöhnt ihre Fans aus Stücken ihrer beiden Alben . „A night in the shop“ und „Club de sad“. Die Musiker Bernd Poschmann (synths, guitar und backing vokals) und Dennis Wüllner (Synthesizers, Keyboards) und Frontmann George Schmidt versprühen mit viel Charme ihre elektrischen Klänge. Die kraftvollen sowie melancholischen Texte in deutscher und englischer Sprache lassen bereits viele Beine tanzen.


Gespannt warten wir nun auf den ersten Live-Auftritt der aus Essen stammenden Band The Saint Paul, die uns als besonders ansehnliche Männer angekündigt werden. Erst im Jahr 2010 wurde diese Electro-Future-Pop Band von Marc Schleser (Music, Backings) und Paul Kuhs (Music, Vocals) gegründet. Beide sind keine Neulinge im Musikgeschäft und so merkt man den Musikern eine eventuelle Nervosität nicht an. Stilistisch erzeugen sie einen kraftvollen Sound aus Elementen des Dark Electro, EBM und Synthie-Pop und bieten uns einen Mix aus ihrer im November erschienen EP „Rewind The Time“, die sie auch an diesem Abend im Gepäck haben und die sicherlich auch vom Publikum angenommen wird. The Saint Paul, eine Band aus dem Ruhrgebiet, von der man sicherlich zukünftig noch einiges hören wird.

Etwas ruhiger und melancholischer wird es nun mit liquid divine, aber nicht weniger elektronisch. Auch wenn die Leipziger Band bereits schon über zehn Jahre auf dem Buckel hat, sind sie hier in NRW doch eher nicht so bekannt. Dennoch ziehen liquid divine die Hörer in ihren Bann. Phantasie trifft Realität, textlich und mit passenden harmonischen Klängen aus elektrischen Beats und einer sanften Stimme. Die Barriere zum Publikum verschwindet rasch, auch durch kleine CD-Geschenke und aktuelle Fußball Ergebnisse, die im Ruhrgebiet immer interessant sind. Mit leicht verträumten Gesichtsausdruck lassen liquid divine ihre Zuhörer zurück.

Als leichte rockige Steigerung kann man die nun folgende Band bezeichnen. Mit der wohl weitesten Anreise stehen die Metallspürhunde aus der Schweiz auf der Bühne. Anders als die Namensgeber dieser Band, die Minensuchhunde im Vietnamkrieg, suchen diese nicht nach Minen, sondern nach der Stimmung im Publikum und finden sie mit ihren witzigen Ansprachen sowie der Bühnenshow prompt. Gesellschaftliche Probleme spiegeln sich textlich und verspielt visuell wider, ohne dabei aufdringlich zu sein.

Nun ist wieder das Ruhrgebiet am Zug. DJ Ash gründete im Jahr 2004 die Band Heimataerde, die an diesem Abend wohl die meisten Menschen auf die Bühne stellte. Heimataerde bestechen an diesem Abend durch ihre besondere Bühnenshow, speziell für das Unart-Festival hatte man sich etwas besonderes einfallen lassen. Bereits vor Beginn der Show konnte man immer wieder Menschen in Gewandungen bzw. Rüstungen bewundern, die auch ihre Rollen nun auf der Bühne spielen und jeden Song visuell umsetzen. Die musikalische Mischung aus elektrischen Beats und mittelalterlichen Instrumenten packt einfach jeden. Heimataerde standen uns nach ihrem Gig für ein Interview zur Verfügung, welches in einem Special zur Band zu einem späteren Zeitpunkt gezeigt wird.

Solitary Experiments aus Berlin fegen über die Stage. Der Abend war schon recht weit fortgeschritten und man hatte das Gefühl, als wären die Musiker froh, endlich losgelassen worden zu sein. Im Jahr 1992 experimentierten Michael Thielemann (Keyboards) und Dennis Schober (Gesang) noch unter anderem Namen herum, ehe sie zwei Jahre später glücklicherweise beschlossen haben, zukünftig unter Solitary Experiments durch die Lande zu ziehen. Mit viel Energie reißen die gängigen Beats das Publikum mit. Auch diese Band hatte sich für das Unart-Festival etwas ganz besonderes einfallen lassen. So wurde die Bühne abermals, angeführt von Ash, von den ritterlichen Mannen von Heimataerde aufgesucht. Zusammen mit Ash, der sich einen „kleinen“ Textspicker mitgebracht hatte, gesanglich unterstützt. Das Publikum quittierte das gesamte Set mit viel Applaus und Zugabe Rufen. Und so stürmte der Co-Headliner abermals los.

Bevor nun der Headliner auf das Parkett zum Glühen bringen sollte, wurde das ganze Unart Team ins Rampenlicht gerückt. Der Gastgeber bedankte sich bei den Künstlern, den Gästen sowie bei jedem Teammitglied für ihr persönliches Engagement.

Mit Megaherz verlassen wir nun endgültig die elektronischen Beats. Es ist Zeit für die Neue Deutsche Härte und die Knochen der Musiker nach der langen Studioarbeit wieder zu entkalken. Derzeit wird nämlich kräftig an einem neuem Album gewerkelt, welches im Januar 2012 erscheinen soll. Über eine Stunde nach angekündigter Spielzeit wurde die Bühne in Beschlag genommen. Die Verspätung im Ablaufplan wurde von Sänger Lex humorvoll mit „aller Anfang ist schwer“ kurz kommentiert. Auch so war Lex zwischen den einzelnen Songs, ein kleiner Rundflug durch die Diskografie von Megaherz, sehr redselig. Kurze Anekdoten erfreuten ihre Fans und versuchte Änderungen in der Songfolge verwirrten kurz sämtliche Musiker auf der Bühne, die heute mit einem besonders breitem Grinsen und Spielfreude vor ihre Fans traten. Kraftvolle Gitarrensounds von X-ti und Chris peitschen durch das gesamte Set, heizen ihre Fans ordentlich ein und treibt die Stimmung nach vorne. Auch wenn die Besucherzahl, verwunderlich bei Betrachtung der gesamten Bandauswahl, hinter den Erwartungen lag, wagte Sänger Lex zu „Freiflug“ den Sprung auf die fordernd ausgestreckten Hände. Megaherz hatten ihre mitgröhlenden, feiernden Fans zu jeder Minute fest im Griff. Ein würdiger Headliner, der gefühlt viel zu schnell mit „Heuchler“ zum vermeintlichen Ende kommen, was das Publikum so natürlich nicht akzeptieren kann. Ausgelassen werden noch die Zugaben „Beiss mich“ und „Miststück“ zelebriert.


Setlist Megaherz:

Dein Herz schlägt
Gott sein
Perfekte Droge
Herzblut
Ebenbildlaberplanet vs rockblog
Fauler Zauber
5. März
Jordan
Kopfschuss
Meine Sünde
Freiflug
Ja genau
Heuchler

Zugaben:
Beiss mich
Miststück

Fazit: Ein gut durchdachtes und mit viel Gefühl fürs Detail organisierte Festival, welches grade durch die Herzlichkeit des gesamten Teams besticht, welches es verdient in der zweiten Runde auf mehr Besucher blicken zu dürfen!

Bericht: Dani / Damian
Fotos: Dani

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