Heute schon GEZahlt?

Den Spruch kennen wir.

Aber Hand aufs Herz? Wer zahlt denn schon seine Rundfunkgebühren? Und wie viele kennt Ihr, die es gerne tun?
Die GEZ ist auf der Liste der unbeliebtesten Besucher gleich auf Platz zwei, hinter den Zeugen Jehovas und noch vor dem Vorwerk Vertreter. Nicht ohne Grund. Fernsehen und Radio ist für uns spätestens seit Einführung der Privatsender Anfang der 1980er Jahre selbstverständlich jederzeit und in großer Auswahl frei nutzbar. Alle, egal, ob Sie nun selber einen Fernseher besitzen oder nicht profitieren indirekt vom Medienangebot. Nicht zuletzt weil das öffentlich Rechtliche Programm auch Werbung ausstrahlt, gibt es kaum Unterscheidungsmöglichkeiten. Dem Zuschauer ist es grundsätzlich egal, welches Programm er schaut, solange  er es gern schaut. Bezahlen muss man aber nicht nach individuellem Nutzen, sondern wenn man ein Gerät zu Hause stehen hat. Oder auf Arbeit, oder im Auto, oder auf dem Camping Platz. Ob man damit nur Videos oder nur Privatfernsehen guckt, wird nicht gefragt.

Und was ist mit denen, die den ganzen Tag beim Mediamarkt arbeiten? Oder denen, die über IPTV Internetfernsehen schauen? Was ist mit Zeitungen, die über das Fernsehen berichten und was mit denen, die auf Ihrem Handy ein Radioempfänger nutzen?

Eigentlich ist das ein Skandal:
ALLE profitieren, aber nur wenige zahlen. Das ist in etwa so, als würde sich jeder Zweite ins W-Lan seines Nachbarn reinhacken. Mit Solidarität hat das nichts zu tun. Im Übrigen: Die Gebühren für die GEZ in Höhe von knapp 18 Euro sind ja nicht mehr weit entfernt von dem Betrag, den ich für die günstigste DSL Flatrate zahlen muss. Völlig absurd. Würde jeder – so wie beispielsweise beim Internet-Anbieter – für seinen TV-Konsum direkt bezahlen, könnten sich ARD und ZDF bald für alle Angestellten goldene Ferraris leisten. Das passiert aber nicht. Zu kompliziert wäre die Erfassung und zu teuer. Eine pauschale Abgabe wäre da doch ideal. Ein Betrag von 10 Euro pro Person oder Haushalt. Das wäre fair.

Bliebe die Frage, wie man es eintreibt. Das Geld für teure Angestellte, die nachts von Haus zu Haus schleichen, um Schwarzseher zu erwischen, kann man sich sparen. Stattdessen wird die Gebühr direkt vom Gehalt abgezogen, oder wie die KFZ-Steuer einmal jährlich fällig.

Im Prinzip wäre das dann wie mit der Kirchensteuer. Und wenn man das bedenkt, dann könnte man eigentlich wahnsinnig werden. Die Kirchensteuer wird direkt vom Gehalt einbehalten und finanziert Kirchen, die am Sonntag 3 Besucher haben, aber den Pastoren üppige Gehälter garantieren. Samstag Abend glotzen über sieben Millionen Zuschauer das Werbefinanzierte DSDS- Finale. Und von den GEZ Gebühren läuft ein bunter MIX aus allem, was es auch im Privatfernsehen gibt.  In einer gerechten Welt gäbe es kostenloses Staatsfernsehen, kostenlosen Internetzugang für alle und ein privates Pay-TV. Aber das ist genauso wahrscheinlich wie Weltfrieden, das Ende aller Hungersnöte und ein Ende der Umweltzerstörung.

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3 Responses to “Heute schon GEZahlt?”

  1. Cyberbotschafter schrieb:

    Jepp – wir haben auch PAY TV – ARD, ZDF und wie die öffentlich rechtlichen auch alle heißen. Ich schau die nicht – aber die Rechnung von GEZ kommt und abbestellen kann man das auch nicht.

    Es war mal eine ganz kurze Zeit – da ging das – als man sich die Schüssel auf das Dach machte und auf die normale Fernsehantenne verzichtete … aber da wurde ja ganz schnell nachgebessert …

    RTL und Co finanzieren sich über Werbung – aber ich habe auch schon Werbung auf ARD und ZDF gesehen – lange nachdem die Heinzelmännchen im Bett lagen. Ich gebe zu -das ist nicht so penetrant geworben wie bei den Privaten aber “Hand auf´s Herz” – wir haben uns doch schon an das Pinkeln in der Werbung gewöhnt und unsere Blase dementsprechend trainiert – so das ARD und ZDF ohne Werbeunterbrechung doch schon bedeuten das man sich quasi in die Hose machen muss weil keine Werbung kommt.

    Da sollte man die GEZ einstampfen, die Werbung auf öffentlich und rechtlich ausdehnen und gut ist …

    Wobei ich vielmehr vermute das man an alt und bewährt festhält und neu und modern hinzu nimmt:

    Also:
    Künftig Werbung bei öffentlich rechtlich wie auch bei privat – dazu dann GEZ Gebühren 2 Euro rauf weil man ja die Angebote für die Werbung verschicken muss und das Kosten aufwirft …

  2. wwwmmm schrieb:

    good.good!

  3. Kommentierer schrieb:

    Etwas spät, weil ich diese Site erst gerade gefunden habe!

    Was kaum bekannt ist: auch die privaten Betreiber erhalten ihren GEZ-Anteil, das publizieren sie aber aus verständlichen Gründen nicht. Außerdem hat der ÖRR Verpflichtungen (Informationspflicht, Bildung, Regionalisierung, Minderheitenformate …), die die privaten Sender nicht erfüllen müssen oder können. Die Qualität der ÖRR ist insgesamt immer noch höher, als die der privaten Sender (insbesondere im internationalen Vergleich).

    Journalistisch findet man bei den ÖR eine Vielfalt der Meinungen vor, wie sie die Abhängigkeiten von den Betreibern der Privaten nicht ermöglichen (können). Zwar haben wir hier noch keinen Berlusconi, aber was nicht ist …

    Ich zahle für die Möglichkeiten, die mir die vielen Rundfunk- und Fernsehanstalten bieten, gerne diesen Betrag und verzichte damit freiwillig auf den Klamauk der Privaten, die sich alleine über Quoten finanzieren müssen.

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