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Festivalsommer 2013: Castle Rock 14 – Tag 1

15. Juli 2013 - LaberPlanet vs. RockBlog, Musik & Co.

Ein rockiger Auftakt – Castle Rock 14 – Mülheim – Tag 1

Es ist Freitag der 12. Juni. Wir befinden uns in Mülheim an der Ruhr, genauer im Schloss Broich, malerischer und bereits bekannter Kulisse des Castle Rocks, welches dieses Jahr zum 14. Mal stattfindet.

„Schönen guten Abend“ schallt es über den Platz, auf dem sich schon zahlreiche schwarzgewandete Fans eingefunden haben. Bewölktes T-Shirtwetter stellt alle Weichen für einen perfekten Auftakt und die fünf von Voodoma nutzen dies auch direkt aus. Harte, dynamische Klänge, die alles sind, nur kein sanfter Einstieg. Für alle, die nun erschrocken sind, gibt es mit ‚Valkyria’ gleich romantischere, aber nichtweniger treibende Klänge und da kommt auch gleich die Sonne wieder raus. Den Castle Rock Besuchern gefällt’s, und so füllt sich der Innenhof von Schloss Broich immer mehr. Trotz der – wie auch Sänger Micha bemerkt – zahlreichen Verkehrsstaus, die eine pünktliche Anreise gern mal verhindern. Die Düsseldorfer, die zum ersten Mal auf dem Castle Rock spielen, geben mit ‚Zero Evolution’, ‚Jesus Crime’, ‚Sandman’ oder ‚Virus’ ordentlich Gas und das, obwohl Bassist Tommy erst ganz frisch dabei ist und sich alles über Nacht quasi aneignen musste. Gemeinsam mit Marc an den Drums und Frank und Mikk an den Gitarren spielen Voodoma noch ‚Wasted Daylight’ als Zugabe und verabschiedet sich damit vom gelungenen Einstieg.


Mit der für ein Castle Rock fast schon obligatorischen kurzen Verzögerung gegenüber dem Zeitplan erklingt das Intro von Nachtblut. Die vier Musiker aus Osnabrück betreten die Bühne und Sänger Askeroth lässt nach einem Growl direkt die lange Matte kreisen. Hier trifft düsteres Gekreische auf unbarmherzige Arbeit an der Schießbude (Drummer ist Skoll) und schnelle Gitarrenklänge (dank Greif und am Bass Trym). Komplettiert wird die Show durch leichenblasse Gesichter und den starren, fast schon irren Blick von Askeroth, dessen laut eigener Aussage sozialkritische Texte leider unverständlich sind. Worum es in den Songs wie ‚Die Blutgräfin’ oder ‚Ich trinke Blut’ geht, muss interessierter Neuhörer wohl zuhause herausfinden, vielen im Publikum gefällt es trotzdem – oder gerade deswegen. Nachtblut spielen auch ältere Stücke wie ‚Antik’ vom gleichnamigen Album und spielen eine überzeugende Show, die ordentlich gefeiert wird.

Laut Aussage von Veranstalter Michael Bohnes ausgeschlafen und ausgeruht betreten die Hamburger Jungs von Lord of the Lost als nächstes die nebelige Bühne. „Live today, die tomorrow“ erschallt es unter großem Jubel und damit beginnt die bislang am ausgelassenst gefeierte Show des Freitagabend. ‚Do you wanna die without a scar’ stand zwar auch schon bei ihrem Auftritt vor zwei Jahren hier auf dem Programm, kommt aber heute noch genauso gut an wie damals. Auch bei Lord of the Lost scheint das Castle Rock in guter Erinnerung geblieben zu sein und so drehen sie heute hier für ihr neues Musikvideo. Das Publikum enttäuscht nicht, sei es bei ‚Sex on Legs’ oder ‚Prison’, bei den alten Songs scheinen alle textsicher und grölen so laut wie möglich mit. Der Innenhof von Schloss Broich hat sich in ein Meer aus schwarznageligen, häufig spitzenverzierten mitwippenden Händen verwandelt und die Begeisterung nimmt auch bei ‚Undead or Alive’ nicht ab. „Sex, Death and Rock ’n’ Roll“ ist hier das Motto. Mit viel Vertrauen wandert eine Publikumskamera von der Bühne und jeder darf filmen, was er will. Bleibt gespannt abzuwarten, was das Ergebnis wird. ‚Die Tomorrow’ und ein heute nicht nötiges ‚Dry the Rain’ bringen so langsam das Ende der Setliste, doch bevor sich die Goth Rocker aus dem Norden vom Mülheimer Publikum verabschieden nimmt Sänger Chris Harms noch ein Bad in der Menge und dann legen sich zum großen Finale ‚Credo’ (für diesen Song wird es demnächst das neue Video geben, welches auch dokumentiert wie begeistert das Castle Rock von Lord of the Lost waren) noch einmal alle mächtig ans Zeug: Bo Six an der Gitarre, Class Greynade am Bass, Gared Dirge als Piano, Synthesizer, Percussions- Mann für alles, Disco am Schlagzeug und Sänger Chris machen noch ein Foto mit der Menge, dann ist die Show vorbei.

Setlist:
1. Live today
2. Do you wanna die without a scar
3. Sex on Legs
4. Prison
5. Undead or Alive
6. Break your Heart
7. Prologue
8. From Venus to Mars
9. Black Lolita
10. Die Tomorrow
11. Dry the Rain
12. Credo

Es wird Stück für Stück nördlicher. Den weiten Weg aus Finnland merkt man Amorphis aber nicht an. Voller Power und energischer Klänge stürmen die sechs aus Helsinki die Mülheimer Bühne und werden von den Festivalbesuchern voller Jubel begrüßt. Eingängige Melodien der Hammondorgel werden von gutturalen Growls des Sängers Tomi Joutsen kontrastiert, der jedoch auch sehr gefühlsvolle, glasklare Parts singt, die von seinem großen Stimmvermögen erzählen. Es dämmert im Schlosshof, doch keiner denkt hier an Ruhe geben. Die Atmosphäre machts – bemerkt auch Tomi Joutsen. Es ist einfach heimelig – als wenn man ein riesiges Freiluftwohnzimmer hätte. Die Castle Rock Besucher feiern begeistert mit, denn der Mann mit der wohl beeindruckensten Haarpracht des Abends überzeugt und reißt mit. ‚Silver Bride’, ‚Mission’ oder ,Hopeless Days’: je später es wird, desto mehr ist die facettenreiche und stimmungsvolle Lightshow zu bewundern und auch Amorphis lassen nicht nach. Tomi Koivusaari und Esa Holopainen an den Gitarren, Niclas Etelävuori am Bass, Santeri Kallio am Keyboard und Jan Snoopy Rechberger an den Drums geben alles und so überträgt sich die Energie von der Bühne direkt ins Publikum. Eifrig werden überall Köpfe geschüttelt und Hände gereckt bei ‚Mermaid’ oder ‚The Wanderer’.
Bei der Begeisterung der Menge lässt sich Amorphis auch nicht allzu lange bitten. Ruhige Introtöne erklingen auf einer gespenstisch blauen Bühne, fast schon mythisch wird es, bevor sie erneut auf der Bühne erscheinen und unter dem Jubel der Festivalbesucher ‚Thousand Lakes’ und ‚The Castaway’ als Zugabe spielen. Mülheim (und nicht Düsseldorf dear Mister Joutsen) ist begeistert und so endet ein phantastischer Tag mit ‚House of Sleep’.


Setlist:
1. Shades of Gray
2. Narrow Path
3. Sampo
4. Silver Bride
5. Into Hiding
6. Mission
7. Hopeless Days
8. Drowned Maid
9. On Rich and Poor
10. Nightbird’s Song
11. Mermaid
12. The Wanderer
13. The Smoke
14. Thousand Lakes (Zugabe)
15. The Castaway (Zugabe)
16. House of Sleep (Zugabe)

Ob so ein Einstiegstag noch getoppt werden kann und was dabei herauskommt, wenn man wenige Tage vorher noch einen neuen Headliner organisieren muss – bald hier auf dem LaberPlanet der zweite Tag des Castle Rocks mit Maerzfeld, Darkseed, Beloved Enemy, Stahlmann, Megaherz, End of Green und Korpiklaani!

To be continued …

Bericht: Emma
Pics: Schmuddel

One thought on “Festivalsommer 2013: Castle Rock 14 – Tag 1

SirRianna

Danke für den Konzertbericht! Allerdings haben Amorphis “You I need”, nicht “Mermaid” gespielt (ist zwar beides zum gleichen Thema, Väinämöinen & Aino, aber ein anderes Lied) und ich bin mir sehr, sehr sicher, dass sie “Mission” nicht gespielt haben. Tolle Fotos, vielen Dank! :)

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