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Dani’s Rock Blog: Zita Rock Festival 2011 – Day Two

1. August 2011 - Musik & Co., RockBlog, Unterhaltung

Zita Rock 2011

Weil ähnlich durchwachsen wie der Tag zuvor sind die Besucher des Zita Rock Festivals in Berlin auch wieder kräftig mit Schirmen, dicken Klamotten, Regenponchos, aber auch mit guter Laune bewaffnet auf den Gelände der Zitadelle eingetroffen und warten bereits vor der Bühne auf den musikalischen Starter namens Qntal.

Die Mischung von Synthesizern, Samples und historischen Instrumenten ertönt nun von der Bühne. Durch einen kleinen Unfall während des Soundchecks muss die Gruppe Qntal leider auf ihr dadurch beschädigtes Cello während des Sets verzichten. Doch durch ihre musikalische Qualität fällt dies nicht weiter ins Gewicht. So erklingt das von Walther von der Vogelweide geschriebene “Palästinalied”. Die lyrischen und historischen Texte werden von Sängerin Syrah, im roten Seidenkleid, klassisch, ruhig und hell ins Mikrofon gesungen. Trotz der frühen Spielzeit geht das Publikum gut mit und spendet viel Applaus.


Bereits durch die Bands „Tanzwut“ und „Corvus Corax“ hat Sänger Teufel für sein gleichnamiges Soloprojekt ordentlich Bühnenerfahrung sammeln können, so dass ihm die Premieren Show auf dem diesjährigen Zita Rock Festival sichtlich nicht nervös macht. Sein Album „Absinth“ ist bereits seit Ende 2010 käuflich zu erwerben und so ist es an der Zeit auch live dem Absinthismus zu verfallen. Bereits das Intro verrät, dass es nun rockiger wird. Ähnlich wie bei den beiden Bandprojekten setzt Teufel auch hier auf die gute und tanzbare Mischung von Gitarren, Schlagzeug und Dudelsack, die jedoch wesentlich abgerundeter erscheint und einen langen Wachstumsprozess erahnen lässt. Seine kraftvolle Stimme passt sich harmonisch den rockigen Klängen an. Vor jedem seiner Songs stößt er mit dem Publikum an und trinkt einen imaginären Absinth dazu, so ist auch schnell die Barriere zwischen ihm und den Menschen vor der Bühne überwunden, die diesen Auftritt mit viel Applaus belohnen und sicherlich weiterhin gerne zu Konzerten von Teufel gehen werden, die bestimmt bald folgen werden.

Setlist:
1. Tritt ein
2. Absinth
3. Fährmann
4. Todesengel
5. Alles nur ein Traum
6. Dürrer König
7. Mackie Messer
8. Komm näher
9. kalt ist mein Herz
10. den speise ich

Der Regen begleitet den Auftritt von End of Green und setzt den Bühnenrand ordentlich unter Wasser. Mit „High hopes in low planes“ startet ihre textliche Reise durch die Einsamkeit, den Schmerz, Tod und Depressionen. So entwickelte sich die Bezeichnung Depressed Subcore ihres Musikstils. Ein guter Mix aus alten und neuen Stücken (u.a. „Hurter“, „Good night insomnia“, „Sick one„) lässt die aufgespannten Regenschirme vor der Bühne im Takt mitwippen. Auch wenn Michelle Darkness betont, dass die Band eine sehr kurze Nacht hinter sich hat, merkt man den Musikern dies nicht an. Mit sehr viel Spielfreude und kräftig fliegenden Haaren und einem kleinen Nachwuchsgitarristen auf der Bühne ist das Set sehr kurzweilig und die ersten Rufe nach einer Zugabe an diesem Tag werden zum Ende laut, aber durch den eng gestrickten Zeitplan ist dies leider nicht möglich.


Samsas Traum spalten die Geister. Während die eine Hälfte die Kassen der Standbetreiber klingeln lassen, harrt die andere Hälfte leicht durchnässt vor der Bühne aus, um Frontmann Alexander Kaschte durch sein Programm zu peitschen. Mit „Ein Name ist Kristall“ hat dieser nun die Hälfte der Massen direkt auf seiner Seite. An seine treuen Fans mit ausgestreckten Armen verschenkt dieser während der ersten Songs von der Bühne aus ein Tshirt sowie Promo-Cd‘s. Stilistisch lässt sich Samsas Traum nur schwer einordnen, denn bei jedem Album wurde neue und andere Töne angeschlagen. Mastermind Alexander Kaschte teilt sogar das Publikum -wie einst Moses das Rote Meer- mit einer einzigen Handbewegung für eine Wall of Death. Songs wie „Endstation Eden“, „Stromausfall im Herzspital“ und „Heiliges Herz“ werden frenetisch gefeiert.

Mit einer Armschlinge auf Grund einer Verletzung, die sich Sänger Thomas Lindlar bei einem Benefizfußballspiel zugezogen hat, versprühen Schandmaul trotz offenkundigen Handikap direkt viel Spielfreude, lediglich auf die Gitarre, das Akkordeon und Rumgehüpfe muss der Frontmann verzichten. Letzteres sollte das Publikum für ihn übernehmen. Eigentlich untypisch thront Schlagzeuger Stefan Brunner weit über dem Boden im hinteren Bereich der Stage und treibt seine Spielleute und die tanzende Masse taktvoll an. Die bereits für einen Echo nominierte Band (im Jahr 2009) startet ihr Set mit „Kein Weg zu weit“ und geht direkt dankbar in die leicht durchfrorenen Tanzbeine über. Zügig folgen die Songs „Auf hoher See“, „das Trinklied“ und „Leb!“, während Anna Katharina Kränzlein und Birgit Muggenthaler mit Violine, Drehleier und Flöte über die Bühne fegen. Springend, singend und tanzend feiern die Fans ihre Schandmäulern auch zu den Stücken „Das Teufelsweib“, „Traumtänzer“ sowie „Drachentöter“  und versprühen so pure Partystimmung in Berlin bis der letzte Ton von „Frei  und „Walpurgisnacht  gespielt ist.

Faszination pur mit einem Cello heißt das Motto der finnischen Formation Apocalyptica. Was Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen und Perttu Kivilaakso musikalisch und auch so mit ihren Celli anfangen, lässt sich leider kaum in Worte fassen, man muss es einfach erleben und sich von dem Zauber auf der Bühne mitreißen lassen. Kraftvolle Stücke, die direkt den Kopf bangen lassen sowie ruhige Stücke, wie der Metallica Song „Nothing else matters“ ertönen in der Zitadelle in Berlin. Ein absolut würdiger Schluss für ein wunderbares Festival.

PS: ‘Danke’-Button nicht vergessen ;)

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