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Dani’s Rock Blog: Zita Rock Festival 2011 – Day One

16. Juli 2011 - Musik & Co., RockBlog, Unterhaltung

Zita Rock 2011

Die Renaissance Festung im Herzen von Berlin Spandau ist auch in diesem Jahr wieder die Kulisse des mittlerweile zweitägigen Zita Rock Festivals. Scheinbar ist der Wettergott mal nicht auf der Seite der Festivalbesucher, Musiker und Helfer. Und so rücken mehr die Gespräche über das Wetter in den Vordergrund als die Auftritte der einzelnen Bands. Ständig werden Regenschirme auf und wieder zu gemacht, Regenponchos an und ausgezogen, denn auf sehr heftige Niederschläge folgen sehr sonnige Abschnitte.

Die Organisation der Bändchenausgabe und der Einlass auf das Festivalgelände läuft reibungslos sowie mit einem Lächeln und einem lustigen Spruch auf den Lippen der Helfer. So füllt sich der Bereich vor der Bühne zügig und die ersten Käufe an den zahlreichen Ständen werden getätigt. Vorweggenommen sind die Regenponchos, die man für einen kleinen Umkostenbeitrag an den Getränkeständen erwerben kann sowie der wärmende Kaffee wohl die Verkaufsschlager des Festivals.

Pünktlich stürmen die Jungs von ZIN aus Leipzig mit einem “Guten Morgen” Gruß die Bühne und schmettern den bereits anwesenden Besuchern die ersten musikalischen Klänge des Samstags entgegen. Aus ihrem aktuellen Album “The Defination” schrammen sie den Zuschauern ihre Stücke um die Ohren. Doch werden die Bemühungen auf der Stage nicht mit tosendem Applaus quittiert. Der zwischenzeitlich einsetzende Regen hebt die Stimmung nicht wirklich und somit verlassen die Opener bereits fünf Minuten vor Ende der offiziellen Spielzeit die Bühne.


Bevor die nächste Band auf die Bühne stürmt und dem Regen trotzt ergreift der Frontmann von Eisbrecher Alexx Wesselsky das Mikro und wünscht viel Spaß während des Festivals sowie mit den Newcomer von Mono Inc. und entlockt die ersten Reaktionen auf dem Gelände. Mono Inc. machen mit ihrem kraftvollem Intro direkt klar, dass es nun rockiger wird, begrüßen darin auch gleich jeden mit “Welcome to the World of Mono Inc.” und verscheuchen somit wohl auch die Wolken am Himmel. Sofort springen die Massen vor der Bühne zu den ersten Klängen von “This is the day” an und peitschen ihre Musiker nach vorne. So schmettern sie zügig Songs wie “Temple of the Torn”, “Gothic Queen” und “Viva Hades” dem begeisterten Zuhörer entgegen. Der schon zur Tradition gewordene Akkustikpart von Martin Engler allein auf der Bühne durfte natürlich auch bei diesem doch eher kurzen Set nicht fehlen. Mit Gitarre bewaffnet möchte dieser nun mit dem Iggy Pop Klassiker “Passanger” den Chor endgültig entfachen und scheitert leider gnadenlos, aber nicht ohne einen spaßigen “Buh” Ruf in Richtung Publikum. Diese Stille muss nun Katha Mia durchbrechen. Aber nicht an den Drums, sondern bewaffnet mit einem Iphone, um die Folge 99 für ihr Mono Inc TV zu drehen, auch eine wunderbare fannahe Tradition. Natürlich durfte auch nicht das altbewährte Drumsolo am vorderen Bühnenrand von Katha Mia nicht fehlen und so wurde schnell das Iphone gegen die Sticks getauscht und die Menschen wieder zu vielen “Hey” Schreien animiert. So aufgeheizt geht das Set nun auch schon mit “Voices of Doom” zu ende und pünktlich zum letzten Song setzt auch wieder der Regen ein.

Anscheinend wissen die Regenwolken über Berlin, dass sie nun textlich sehr oft erwähnt werden und so geben sie alles, dass auch jeder trotz Schirm und Poncho ordentlich nass wird. Auch der kritische Blick von Sven Friedrich gen Firmament zeigt, dass ihn die aktuelle Wetterlage nicht sonderlich passt, dennoch kündigt er mit einem Schmunzeln im Gesicht Songs wie “be my rain” und “rain falls” gut verteilt in einem schön zusammengesetzten Set an. Genau mit den letzten Zeilen über Niederschlag verschwindet dieser genauso zügig wie er gekommen war. Ein wirklich gelungener Auftritt mit Vertretungsschlagzeuger (Dreadful Shadows) geht mit Liedern aus dem aktuellem Album “Without” langsam zu Ende, bevor Zeraphine mit dem Klassiker “Die Wirklichkeit” schließt.

Mit Projekt Pitchfork wird es nun um kurz nach 18 Uhr erstmals elektronischer. Zu “If I could” stürmen zunächst die Musiker auf die Bühne, kurz gefolgt von Frontmann Peter Spilles und legen unbändig los. Als Hamburger muss Peter Spilles natürlich auch wie jeder andere die Wetterlage kommentieren und findet es jetzt nun nicht so dramatisch. Gut, schließlich war das Zita Rock Festival in den letzten vier Jahren eher sonnenverwöhnt und da dies auch nicht der erste Auftritt von Projekt Pitchfork auf dem Gelände ist, können sie sich sicherlich noch an den Geruch von Sonnencreme und verschwitzten Körpern erinnern und über das Hamburger Wetter ist generell schon viel gesprochen worden. Mit sehr viel Spielfreude hämmern sie einen Mix aus alten und neuen Stücken durch die Boxen und lassen kaum ein Bein auf dem Terrain stillstehen. Mit Stücken wie “Endless Infinity”, “Beholder”, “Steelrose” und “Alpha Omega” ziehen Projekt Pitchfork die Besucher in ihren Bann. Diese dürften auch freudig die Ankündigung des im August 2011 erscheinenden Album “Quantum Mechanics” vernommen haben.

Mit dem Heimvorteil im Rücken stocken Blutengel personell gesehen zu den Shows im Frühjahr noch einmal auf. Zusätzlich stehen im hinteren Bereich der Bühne zwei Keyboarderinnen und auch bei den Performerinnen ist Zuwachs zu verzeichnen. So ist bereits zu “Lost Children” ordentlich viel los auf der Stage, aber dies macht ja schließlich auch die Show von Blutengel aus. Jeder Song wird einzeln in Szene gesetzt, ob tänzerisch als auch mit Feuer- und Pyrotechnikshow. Auch Chris Pohl musste natürlich die Witterung über Berlin damit kommentieren, dass es bei seinen Auftritten nie regnen würde. Ja, das Wetter scheint wirklich das diesjährige Thema schlechthin zu sein. “Soul of  ice” und “Üben den Horizont” müssen erstmal den noch bestehenden Bann von Projekt Pitchfork brechen und die Masse von energisch tanzbar zu eher ruhigeren und poppigeren Klängen transportieren. Mit Songs wie “Ein Augenblick”, “The End”, “Vampire Romance” und “Engelsblut” singen sich Chris Pohl und seine beiden Mädels Ulrike Goldmann sowie Anja Milow in die Ohren der Zuschauer während die Performerinnen mit brennen Hula Hoops, Blutdusche und sinnlichen Tänzen den Auftritt abrunden. Leider wird während der Performance mit den brennenden Fackeln und Reifen auch der sonst bestimmt eher ruhige Dienst der Feuerwehr in Anspruch genommen, aber ohne schlimmere Folgen.

Allen Wetterlagen zum Trotz spricht der diesjährige Headliner Eisbrecher die Eiszeit in Berlin aus. Zu dem rockigen Intro stürmen die Eisbubis in ihren bereits bekannten Parka auf die Bühne und Frontmann Alexx Wesselsky schmettert mit Eispickeln bewaffnet die Songzeilen zu “Eiszeit” durch die Zitadelle. Von den Winterjacken befreit folgen die etwas älteren Stücke “Angst”, “Leider” und “Antikörper” und lassen die Massen trocken und sichtlich glücklich diese Songs mitgrölen. Gepeitscht vom Publikum lässt es sich Alexx auch nicht nehmen kleine Sticheleien in Richtung Gothic Schlager und Kinderzonen bei Konzerten zu äußern. Aber in diesem Jahr war das einzig schmusige von Eisbrecher die kleinen Stofftier Eisbären, die er ins Publikum wirft. Etwas unüberlegt springt der Frontmann von der knapp zwei Meter hohen Bühne, um sich von ausgesuchten Zuhörern zu “Schwarze Witwe” auspeitschen zu lassen. Dank der gut aufgestellten Security ist dem Publikum der Blick auf ihr Idol weiterhin gestattet, denn diese hievt den Sänger wieder zurück auf die Bühne, damit dieser zu “This is Deutsch” mit einem bayrischen Tanz und Tracht aufwarten kann. Der erste Festivaltag schließt mit den lauten Gesängen zu “Miststück” welches auch von der Band ausgiebig gerockt wird.

Setlist:
Eiszeit
Angst
Leider
Antikörper
Heilig
Schwarze Witwe
Die Engel
This is Deutsch
Ohne Dich
Miststück

PS: ‘DANKE’ Button nicht vergessen ;)

2 thoughts on “Dani’s Rock Blog: Zita Rock Festival 2011 – Day One

Marie

Heya, ein wiedermal richtig toller Artikel! Da hat man als Zu-Hause-Gebliebene doch ein wenig das Gefühl, dabei gewesen zu sein ;) Also vielen Dank für einen super geschriebenen und informativen Bericht :)

Reply
Schmuddel

Heya Marie!
Da kann ich mich dir nur anschliessen, denn alleine die Bilder von Dani sind mal wieder sensationell!!!

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