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Damians Tintenher(t)z – In Strict Confidence – Utopia (CD) – Rezension

23. Oktober 2012 - CD / DVD Review, Damian's Tintenher(t)z, LaberPlanet vs. RockBlog

isc_utopiaKünstler: In Strict Confidence
Release: Utopia (Doppel-CD/DVD)
VÖ: 21. September 2012
Label: Golden Core (ZYX)

Am 21. September veröffentlichte In Strict Confidence ihren lang erwarteten Nachfolger „Utopia“ und zeichnen damit ihre klangvolle Bilderwelt eines wünschenswerten Zustandes.

Mit „La Parade Monstrueuse“ hat sich In Strict Confidence im Jahr 2010 selbst ein monumentales Denkmal gesetzt. „Utopia“ hat es also schwer. Am 08.06.2012 erschien zuerst die EP „Morpheus“ und hatte ein eindrucksvolles Ausrufungszeichen gesetzt. Nicht nur der Track überzeugte Fans und Medien, auch die auf der EP vertretenden Bands, die ihrerseits dem Song ein neues Gewand gegeben hatten, erzeugten Lust auf mehr.
Nun liegt „Utopia“ also bei den Händlern in verschiedenen Versionen bereit. Neben der Version im sogenannten “Super-Jewel-Case” gibt es das Ganze auch als Doppel-CD im DVD-Digipak inklusive Schuber mit Bonustitel und Videos, sowie als legalen Mp3-Download. Es wurde also an alles gedacht. Doch kommen wir lieber zur Seele des Albums, der Musik.

In typischer, feiner In Strict Confidence-Manier ist eine Welt entstanden, die facettenreich und spannend zugleich ist. Wunderbare feine Samples ergeben mit der tiefen Stimme von Dennis einen herrlichen Gegenpart zur liebreizenden Nina de Lianin. Ein toller Kontrast, der für eine musikalische, unterhaltsame Bilderwelt im Kopf sorgt. Man entdeckt immer wieder neue Klänge und lässt sich gerne auf eine musikalische Reise des mittlerweile seit 1989 bestehenden Projekts mitnehmen.

Das harmonische Ineinandergreifen von Gesang und Sound begeistert wieder aufs Neue. Den Klangteppich, den In Strict Confidence auf diesem Album geknüpft haben, steht wie immer über den Dingen und ist ein fantastischer Beweis für die großartige und immer noch unfassbare kreative Schaffenskraft dieser einzigartigen Formation. Der produktive Geist von Dennis Ostermann zieht auch dieses Mal wieder alle Register und „Utopia“ stellt sich als ein absolut wandlungsfähiges Album dar.
Mal fühlt man sich wie in einem Irrgarten aus experimenteller EBM-Musik, dann wieder leicht wie eine Feder im Wind voller orientalischer Anklänge. Der Grat zwischen eigenständiger, großartiger Szenemusik und dem Mainstream-Gegenpart ist schmal. Um so schöner ist zu sehen und zu hören das In Strict Confidence die schwere Umschiffung fast aller Pop-Klippen komplett schadensfrei überstehen. Allerdings fehlt ein wenig der rote musikalische Faden, den die Vorgänger-Alben so ausgezeichnet haben. Zu variabel und variantenreich ist die Auswahl der Tracks, zu verschiedenartig ihr Wesen und ihr Gesicht. Mehr ist „Utopia“ wie ein alter Weg mit vielen Abzweigungen, die nicht immer zum selben Ziel führen.
Mit Nina de Lianin ist eine der großartigsten Sängerinnen, die ich je gehört habe, am Mikrofon. Eine wandlungsfähige und kreative Stimme, mal voller Inbrunst, dann wieder zärtlich wie ein Kuss. In unzähligen ISC-Songs hat sie den Beweis dafür bereits angetreten und auch auf „Utopia“ besticht ihre glasklare Stimme durch eine außergewöhnliche Klasse.

Dennis setzt seine markante, tiefe Stimme beschwörend dagegen. Mal erscheint es wie ein bösartiger Kampf der musikalischen Elemente. Dann wieder vereinen sich die Stimmen von Dennis und Nina zu einem großen und gewaltigen Ganzen. Einer Einheit, die zusammen mit dem Sound das wechseltypisch Wesen der In Strict Confidence Songs ergeben.
Persönlich gefallen mir die Songs „Archangel“, „Irgendwo im Nirgendwo“ und „Justice“ sehr gut. Gerade das Letztere erweist sich als ein absoluter ISC-Track aufgrund des dementsprechenden Sounds, aber auch „Silver Tongues“ und „Salvation“ sind großartige Lieder. Nicht zu vergessen ist ja auch die Auskopplung „Morpheus“, über die wir vom LaberPlanet  (HIER) ja bereits in einer eigenen Rezension ausführlich berichteten. Man erkannt fantastische Anklänge vieler verschiedener Genres wieder, mal typisch ISC-klassisch, wobei dieses nicht negativ gemeint ist, sondern eher als geachtete Bewunderung aufgrund dieses Ergebnisses und der kreativen Schöpfungskraft von In Strict Confidence, mal sind die Tracks einfach anders und mutig untypisch.

Doch egal welchen Song man auch auf dem Album anwählt, langweilig wird es nie in der Welt von Dennis und Nina, ihrer musikalischen Vorstellungskraft von „Utopia“.

Reflexion:

Die Bürde von „La Parade Monstrueuse“ war gewaltig, keine Frage. Ob dieses Album nun den Vorgänger erreicht oder sogar überholt, muss jeder Fan für sich selbst entscheiden. Dennis Ostermann und Nina de Lianin haben zusammen mit ihrem Team auf jeden Fall ein variables und stimmungsvolles Werk erschaffen. Spannend und geheimnisvoll, mythisch und mystisch. Der Mut des Projektes setzt sich auch auf „Utopia“ fort und belebt das Wesen der Band aufs neue.
Die musikalischen Wege des neuen Albums sind vielfältig und verzweigt. Mal rauhe und düstere Pfade, mal große Prachtboulevards voller Leben. „Utopia“ bereichert die eigene musikalische Facettenlandschaft In Strict Confidence um kreative und bildgewaltige Welten und macht die Band noch wandlungsfähiger.
Und das ist wirklich ein wünschenswerter Zustand, eben jenes „Utopia“.

Trackliste:

Disk: 1
1. Morpheus
2. Tiefer
3. Justice
4. Forever And More
5. Archangel
6. Irgendwo Im Nirgendwo
7. Being Born
8. Karasevdah
9. Silver Tongues
10. Silver Bells
11. She Came With Knives

Disk: 2
1. Dornenschmerz
2. In A Land So Far Away
3. Salvation (Extended Version)
4. Morpheus (AndyK Remix)
5. Shadow Hides Sun
6. Apollo
7. Morpheus (Video)
8. Blewe Mone (Video)

 

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