Menu

CD Review: TANZWUT – Eselsmesse

25. Oktober 2014 - CD / DVD Review, Musik & Co.

tanzwut eselsmesseNur neun Monate nach der Veröffentlichung ihrer Rock-CD „Höllenfahrt“, lädt die Tanzwut nun zur „Eselsmesse“ ein!
Dies ist nun schon das achte Album der 1997 gegründeten Gruppe aus Berlin. Allerdings ist diese Platte nicht geprägt vom mittelalterlich angehauchten Industrial-Rock, sondern ein reines mittelalterliches Akustikalbum ohne jegliche E-Gitarren. So eine CD veröffentlichten die Berliner bereits 2011, nach der Trennung von Corvus Corax, mit dem Namen „Morus et Diabolus“ und mit der neuen Scheibe wird an dieses Album angeschlossen.

Wie der Titel schon sagt, handelt es sich um die Eselsmesse, eines der Narrenmessen im Mittelalter. An diesen Festtagen trugen die Geistlichen Tierkostüme und antworteten, während der Messe, mit Tierlauten. Alle Regeln und Zwänge wurden bei diesen Festtagen ignoriert.

Das „Intro“ ist etwas verwirrend. In den 45 Sekunden verkündet ein anscheinend betrunkener Mann die Eselsmesse, doch verstehen kann man ihn meiner Meinung nach kaum.
Mit dem 2.Stück „Asinum Chorum“ präsentiert Tanzwut ein typisch mittelalterliches Lied, in dem deutlich die Klänge der Sackpfeifen im Vordergrund stehen. Allerdings werden die knapp 4 Minuten dieses gesanglosen Stückes schnell zu einer halben Ewigkeit, durch die sich immer wiederholende Melodie.

Doch mit dem 3.Track wird die Platte vorerst stetig besser! In dem Lied „Eselskönig“ wird eine Geschichte erzählt – über wen dürfte klar sein – zu einem sehr stimmungsvollen und tanzbaren Rhythmus. Die Tanzwutfans, die die Gruppe bis jetzt nur als „Rocker“ kannten, dürften ziemlich überrascht sein über den sehr unterschiedlich klingenden Gesang.
Mit „Saturnalia“ bietet die Tanzwut einen lebhaften Tanzrhythmus, durch unter anderem viele Tempowechsel. Der folgende Song „Lux Hodie“ erinnert sofort an Corvus Corax, durch den ruhigeren Gesang.

„Rhoslese“ bietet wie der 2. Track leider sehr wenig Abwechslung und wirkt schnell langweilig.
„Unsere Nacht“ – meiner Meinung nach die Höchstleistung der ganzen Platte! Ein schönes Duett zwischen „dem Teufel“ und Jule Bauer, unterstützt durch den tanzbaren Rhythmus und die simple Melodie.
Das Stück „Siria“ ist ein weiteres, rein instrumentales Lied. Auch etwas eintönig, doch nicht so langatmig wie die vorherigen instrumentalen Titel.
Vor allem der Anfang von „Gregis Pastor Tityrus“ wirkt sehr interessant, durch die Rede des Pastors und der Antwort der Gemeinde. Die anfangs gewählten Instrumente klingen dazu sehr ausgefallen. Ebenfalls einer meiner Lieblingsstücke des Albums!
tanzwut

„Par Deus“ ist ein weiterer, instrumentaler Track auf der Platte. Leider gibt es hier das gleiche Problem, wie bei den anderen Instrumentalstücken – es wirkt schnell eintönig. Ebenso das nächste Stück „Orientis Partibus“, welches dem vorherigen Titel von der Melodie der Dudelsäcke sehr ähnlich ist. Allerdings wird dieser Song von Gesang unterstützt, was ihn etwas abwechslungsreicher gestaltet.

Im vorletzten Stück dominiert deutlich das Schlagwerkzeug. Durch den Wechsel von schnellen und langsameren Schlägen wirkt der Titel „Briesel Occultum“ spektakulär und ist somit meiner Meinung nach das Beste gesanglose Lied der Platte!

Zum Abschluss gibt es einen ruhigen Track, der den Namen „Zieh mit mir“ trägt.

Mein Fazit: Alles in allem ein gut gelungenes Akustik-Album mit einem sehr interessantem Thema! Leider klingen die instrumentalen Stücke auf Dauer etwas eintönig, doch dies gleichen die anderen Titel relativ gut wieder aus. Somit würde ich das Album jedem Fan der Mittelaltermusik empfehlen!

Review by Svane

Add Comment Register



Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>