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CD-Review: Agathodaimon – In Darkness

20. Juli 2013 - CD / DVD Review, LaberPlanet vs. RockBlog, Musik & Co.

Agathodaimon – In DarknessEine Band kann auf die unterschiedlichsten Arten zueinander finden. AGATHODAIMON, eine Dark-Metal-Formation aus Mainz, bestand ursprünglich aus einem Gitarristen und einem Schlagzeuger. Dass da etwas fehlte, war beiden sofort klar und so schalteten sie eine Annonce in einem Musikmagazin, die bald darauf einen Bassisten und einen Keyboard-spielenden Sänger zur Gruppe stoßen ließ. Damit nicht genug, bald musste ein zweiter Gitarrist her, um den Sound zu perfektionieren. Das war 1995, also vor bereits 18 Jahren! Im Folgejahr wurde das erste Demo aufgenommen und schnell waren Labels und Presse angetan von dem Quintett, das damals noch Elemente aus dem Black-Metal-Bereich aufgegriffen hatte, die aber sehr schnell verschwanden. Mittlerweile können AGATHODAIMON auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken: Ein Vertrag mit Nuklear Blast, einige personelle Veränderungen, Auftritte auf Wacken, dem WGT und spannende Touren mit namhaften Kollegen. Jetzt warten die Fünf mit einem brandneuen Album auf, das sechste, das auf den vielversprechenden Titel “In Darkness” getauft wurde.
Bereits der Titelsong „In Darkness (We shall be reborn)“ zieht den Hörer mitten in den Silberling und die Musik. Es ist ein geradezu unschuldiger Anfang, leise Gitarrenklänge, die fast schon romantisch wirken und nicht gerade auf derben Metal hindeuten. Aber diese erste Minute ist nur die Ruhe vor dem Growl-Sturm, auf den man sich gefasst machen muss. Sänger Ash beherrscht sein Handwerk und kann mit seiner Stimme gut umgehen. Die Growls sitzen, er rotzt sie ins Mikro, unterbricht sich selbst immer wieder durch Passagen, die verständlich und ruhig gesungen werden. Eine tiefe, rauchige Stimme, die teilweise tragisch, teilweise wütend dem Hörer die Texte um die Ohren knallt. Diese wiederum sind dreisprachig, mal Englisch, mal Deutsch, stellenweise auch Rumänisch, was jeweils zur Stimmung des Songs passt und sehr gut rüberkommt. Die Abwechslung macht aus einem normalen Album ein echtes Hörvergnügen, zu dem man gut abgehen kann. Der Sound ist solide und besinnt sich auf die Wurzeln der Band zurück. Nach der Pause, die ihre Fans verkraften mussten, haben AGATHODAIMON zur alten StärkeAgathodaimon zurückgefunden. Mit neuem und doch altbekanntem Gitarristen – Thilo Feucht ist bereits als Unterstützung bei Gigs bekannt – geht es zurück zu stilvollem Black Metal. Dazwischen gibt es balladeske Songs, beispielsweise „Favourite Sin“, die das Tempo und die Härte des Silberlings verringern und vielleicht das Überraschungsmoment sind, das die Platte wiederum ziemlich gut macht.
„Höllenfahrt der Selbsterkenntnis“ ist ein nachdenklicher Song, der ein bisschen an EISREGEN erinnert und auch nicht gerade spurlos am Hörer vorbeizieht.
Die Akustikversion von „Adio“ ist das, was man nun gar nicht erwartet. Eine liebevolle, zarte Stimme, die das Repertoire des Sängers darlegt und mitten ins Herz geht. Nicht jedermanns Geschmack, manchen vielleicht zu weich, aus meiner Sicht einfach genial!
Es ist kein Meilenstein der Musikgeschichte, was AGATHODAIMON hier präsentieren, aber es ist eine gute Leistung, die man sich mehrfach anhören und dabei immer wieder Neues entdecken kann. Tolle Abwechslung zwischen eingängigen Gesangsparts, deftigen Growls, rauem Gesang und passenden Riffs. Mit der Mischung aus Ballade, Hymne und dreckigem Growl-Metal ist hier ein gutes Werk entstanden, das auf jeden Fall anspricht und nicht ungehört im Regal verstauben wird. AGATHODAIMON finden zu den Wurzeln zurück, zeigen einen Weg durch die eigene Bandgeschichte und weisen deutlich die Spuren ihrer persönlichen Weiterentwicklung auf.
Leider sind derzeit keine Konzerttermine bekannt, die Formation aus Mainz scheint sich definitiv zu lohnen und wird auf der Bühne begeistern und mitreißen – man kann sich ja bereits beim Anhören des Album nicht ruhig auf dem Stuhl halten!

Review: Kyra

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